Die Selbstverpflichtungen des Lutherischen Weltbundes auf dem ökumenischen Weg

Dieses Jahr gibt es einen besonderen Anlass, die Fortschritte in der Ökumene zu feiern: 2019 jährt sich zum zwanzigsten Mal die Unterschrift der Gemeinsamen Erklärung über die Rechtfertigungslehre. Im Vorfeld der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Erklärung im Laufe dieses Jahres stellt der Lutherische Weltbund (LWB) eine neue Publikation vor und bekräftigt sein ökumenisches Engagement. Die Publikation Die Selbstverpflichtungen des Lutherischen Weltbundes auf dem ökumenischen Weg hin zur ekklesialen Gemeinschaft wurde am 16. Januar 2019 im Rahmen eines Gottesdiensts in der Kapelle des Ökumenischen Rats der Kirchen in Genf vorgestellt. Die Publikation fasst die jüngsten Fortschritte in der Ökumene zusammen und listet sechs Möglichkeiten auf, wie die Lutheraner ihr Engagement für die Suche nach einer vollen und sichtbaren Einheit aller Christen bekunden.

Pfarrerin Dr. Kaisamari Hintikka, scheidende stellvertretende Generalsekretärin für ökumenische Beziehungen des LWB und Leiterin der Abteilung für Theologie und Öffentlichkeitsarbeit:

With the Catholics we’ve been in ongoing, continuous, theological discussions for more than 50 years, so it’s about time to look at what it means in the life of our local communities.

Zur Publikation

 

Gemeinsame Erklärung über die Rechtfertigungslehre

Nach vielen Jahren verbindlicher Gespräche wurde 1999 die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre von der Römisch-katholischen Kirche und dem Lutherischen Weltbund unterzeichnet. Diese Übereinkunft in einer Frage – die Natur des christlichen Heils –, die in der Zeit der Reformation kirchentrennend war, stellt einen Meilenstein dar. Drei weitere Weltkirchengemeinschaften haben inzwischen unterschrieben: Anglikanische und Evangelisch-Methodistische und 2017, im Jahre des Reformationsjubiläums, die Reformierte.

 


Daniel de Roche im Interview

Seit 1. Januar 2019 präsidiert Pfarrer Daniel de Roche die AGCK Schweiz. Im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen hat er eine Interview der Tageszeitung La Liberté gegeben. Interview (in französischer Sprache), La Liberté 19.1.2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Alarmierende Zunahme der Christenverfolgung in China und Indien

Das christliche Hilfswerk Open Doors hat den „Weltverfolgungsindex 2019“ veröffentlicht. Von China bis zum südlichen der Sahara gelegenen Teil des afrikanischen Kontinents hätten gewaltsame Übergriffe auf Christinnen und Christen sowie auf Kirchen erheblich zugenommen. Für den neuen Weltverfolgungsindex 2019 untersuchte das überkonfessionelle Hilfswerk im Berichtszeitraum vom 1. November 2017 bis 31.Oktober 2018 die Situation von Christen in 150 Ländern. Die jährlich veröffentlichte Rangfolge listet die 50 Staaten auf, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt und benachteiligt werden. China China (von Platz 43 auf 27) gelte laut Open Doors als Paradebeispiel für die wachsende Unterdrückung der Glaubensfreiheit durch ein immer repressiveres Regime. Am 1. Februar 2018 traten neue Vorschriften für religiöse Angelegenheiten in Kraft. Zahlreiche Kirchen und christliche Einrichtungen mussten schliessen oder wurden zerstört. Gottesdienste werden videoüberwacht, Pastoren in Umerziehungslagern inhaftiert. An einer Reihe von Kirchen verbieten Schilder Besuchern unter 18 Jahren den Zutritt, so das Hilfswerk. Nordkorea Im Hinblick auf Personenkult und Kontrolle seiner Bürger sei Nordkorea jedoch weiterhin beispiellos. Das Land belegt seit 2002 den ersten Platz auf dem Weltverfolgungsindex wegen der dortigen extremen Verfolgung von Christen. Der religiöse Nationalismus erhöht den Druck auf Christinnen und Christen Regierungen in der Türkei, in Myanmar und Laos, aber auch in Indien erhöhen den Druck auf Christen sowie auf andere religiöse Minderheiten, Gefahr durch Extremisten Nach Gebietsverlusten im Nahen Osten infiltrierten Kämpfer des IS und andere militante Islamisten weitere Länder der Region, so etwa Libyen und Ägypten. Hinzu kämen Länder in Asien und südlich der Sahara. Im islamisch dominierten Norden Nigerias werde Christen bereits seit vielen Jahren verfassungsgemässe Rechte sowie Versorgung und Schutz verweigert. Hier seien mit 3‘731 mehr Christen um ihres Glaubens willen ermordet worden als in allen anderen Ländern zusammen. Auch bei Angriffen auf Kirchen (569) stünde Nigeria an erster Stelle. 700 Millionen Christinnen und Christen bedroht In den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex leben etwa fünf Milliarden Menschen, von denen sich rund 700 Millionen zum christlichen Glauben bekennen. Seit 1955 setzt sich das christliche Hilfswerk Open Doors mit umfangreichen Hilfsprojekten für verfolgte Christen aller Konfessionen ein, heute in über 60 Ländern. Bildlegende: Verfolgungsindex 2019, © Open Doors Quelle: Mediendienst APD Open Doors


Ökumenischer Studientag am 14. Februar 2019

Am 14. Februar 2019 findet an der Uni Fribourg der zweite gemeinsame Studientag statt, der von der Neuapostolischen Kirche und der AGCK Schweiz unter der Ägide von Professorin Barbara Hallensleben organisiert wird. Er steht allen offen, die im kirchlichen Umfeld leben und arbeiten und ökumenisch interessiert sind. Nach der erfolgreichen Durchführung des ersten Studientages in November 2017 zur Frage des Lebens nach dem Tod wird der diesjährige Tag das „Gebet im Alltag“ beleuchten: Zwei Einstiegsreferate und Impulse aus sechs christlichen Traditionen werden sich mit dem Ausruf von Paulus „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17) auseinandersetzen und die Bedeutung des Gebets als Quelle christlichen Lebens und Grundlage theologischen Nachdenkens hinterfragen. Am Nachmittag laden kleinere Gesprächsgruppen zur persönlichen Vertiefung ein. Der Studientag „Gebet im Alltag“ am 14. Februar 2019 bildet den Auftakt zu einer dreiteiligen Reihe unter dem Oberthema „Betet ohne Unterlass“. Die Folgetagungen stehen unter dem Thema „Gebet in Gemeinschaft und Gemeinde“ (13. Februar 2020) und „Gemeinsames Gebet in der Ökumene“ (18. Februar 2021). Programmflyer Anmeldung (empfohlen)


70-Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Anlässlich des 70-Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (UN-Menschenrechtscharta) haben die römisch-katholische, die christkatholische und die reformierten Kirchen der Schweiz in Verbindung mit den Freikirchen ein fiktives Gespräch zwischen der jüdischen Philosophin Hannah Arendt, dem reformierten Theologen Karl Barth und Papst Johannes XXIII. protokolliert. Aus dem Jenseits, aber alles andere als jenseitig, melden sich die drei Zeitgenossen zu Wort und finden dabei erstaunliche Übereinstimmungen in ihrem Denken. Ihr Gespräch zwischen Pfeifenrauch und Aufbruchsgeist ist weniger ein himmlischer Rückblick als vielmehr eine topaktuelle Kritik. Wenn jeder nur einseitig auf seinem Menschenrecht besteht, gibt es kein friedliches Miteinander, sondern „eine Prügelei“, wie Karl Barth bemerkt. Hannah Arendt stimmt zu: Die Menschenrechte könne man nicht wie ein Schild vor sich hertragen. Das schafft Abstand statt Begegnung. Und für Papst Johannes XXIII. wird mit den Menschenrechten die Würde der Person für alle Menschen anerkannt, Gerechtigkeit damit zu einem anderen Wort für Frieden. Am 10. Dezember 1948 unterzeichnete die UN-Vollversammlung die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Diese Rechte gelten für alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Nationalität. Inzwischen nehmen wir sie oft als selbstverständlich wahr, und doch geraten die Menschenrechte immer wieder unter Druck. Aktion zum Menschenrechtstag der Landeskirchen: Fiktives Gespräch zwischen Arendt, Bart und Johannes XXIII


Gebetswoche für die Einheit 2019

Die Texte und Unterlagen für die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2019 wird von einer ökumenischen Arbeitsgruppe aus Indonesien vorbereitet. Die Arbeitsgruppe hat die Worte aus dem Buch Deuteronomium „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit – ihr sollst du nachjagen“ (Dtn 16,20a) als Leitidee für die Woche zwischen 18. und 25. Januar 2019 gewählt.

Das Staatsmotto Indonesiens lautet nicht ohne Grund Bhineka Tunggal Ika: Einheit in Vielfalt. Auf über 17‘000 Inseln leben 1‘340 ethnische Gruppe, die mehr als 740 Regionalsprachen sprechen. Nur zehn Prozent der 265 Millionen Menschen in Indonesien gehören einer christlichen Kirche an. Aktuell ist die Einheit des Landes aber bedroht. Korruption und Ungerechtigkeit machen den Menschen in Indonesien zu schaffen. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer grösser. Der Wohlstand bestimmter ethnischer und religiöser Gruppen verschärft die Spannungen. In diesem Umfeld werden sich die Kirchen in Indonesien ihrer „Einheit in Vielfalt“ wieder neu bewusst. Die Worte aus dem Buch Deuteronomium sind für sie eine aktuelle Mahnung, die nicht nur auf die Situation in Indonesien zutrifft. Link zur Themenseite


Daniel de Roche neuer Präsident der AGCK Schweiz

An der Plenarversammlung vom 19. September 2018 in Solothurn haben die Delegierten den reformierten Pfarrer Daniel de Roche zum Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) gewählt. Die Amtsdauer beträgt zwei Jahre. Amtsantritt ist der 1. Januar 2019. „Gemeinsam gehen“ Aus seiner früheren Tätigkeit als Gemeindepfarrer im Kanton Freiburg kennt Daniel de Roche die römisch-katholische Kirche ganz gut. In der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz hat er die multilateralen Kirchenbeziehungen kennen und schätzen gelernt. Die AGCK Schweiz ist die einzige national tätige ökumenische Plattform in der Schweiz. Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Genf am 21. Juni gesagt, dass gemeinsam gehen, gemeinsam beten und gemeinsam arbeiten der Königsweg sei, der zur Einheit der Christen führt. Daniel de Roche: „Ich möchte diesen Weg mit den Kirchen der AGCK in der Schweiz weiterführen und das herzliche Zusammengehen mit evangelischen Kirchen und Gemeinschaften weiterführen und intensivieren“. Vertreter des Kirchenbunds Pfarrer Daniel de Roche vertritt seit 2015 den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) im Präsidium der AGCK.CH. Seit 2017 ist er Vize-Präsident. Turnusgemäss wird der Präsident oder die Präsidentin vom Kirchenbund, von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und von einer der anderen Mitgliedkirchen der AGCK.CH für eine Amtszeit von zwei Jahren vorgeschlagen und von den Delegierten an der Plenarversammlung gewählt. Weihbischof Denis Theurillat übt als Vertreter der SBK sein Amt als AGCK.CH-Präsident bis Ende 2018. Die AGCK Schweiz: die multilaterale Ökumene Heute zählt die AGCK Schweiz zwölf Mitgliedkirchen und drei Kirchen oder Kirchengemeinschaften mit Gaststatus. Sie wurde 1971 als einziges national tätiges Gremium gegründet, in welchem die Kirchen Informationen austauschen und das theologische Gespräch pflegen. In einigen Kantonen gibt es kantonale ökumenische Arbeitsgemeinschaften.