Studientag «Ökumenisch miteinander beten. Chancen virtueller Gemeinschaft» am 22. November 2021

Der Studientag «Ökumenisch miteinander beten. Chancen virtueller Gemeinschaft» am Montag, 22. November 2021, bildet den Abschluss der dreiteiligen Reihe von Studientagen unter dem Oberthema «Betet ohne Unterlass». Er lädt Menschen aus verschiedenen kirchlichen Traditionen dazu ein, sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Gestaltung von virtuellem Gebet auseinanderzusetzen. Der Tag richtet sich an Personen, die im kirchlichen Umfeld tätig sind, sowie an ein ökumenisch interessiertes Publikum. Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.

Flyer

«Betet ohne Unterlass!» – so ruft Paulus die Gemeinden auf (1 Thess 5,17). Doch wie ist eine solche betende Existenz möglich? «Herr, lehre uns beten!» – so bittet ein Jünger Jesus (Lukas 11,1), so bitten Jünger und Jüngerinnen Jesu immer neu. Diese Bitte verstärkt sich in unserer Zeit in doppelter Hinsicht: durch die Herausforderung, dies in der Gemeinschaft mit Christinnen und Christen aus unterschiedlichen kirchlichen (Gebets-)Traditionen zu tun, und durch die vielfältigen neuen Möglichkeiten, uns in einer virtuellen Welt im Gebet zu vernetzen. Hat die Corona-Krise uns in dieser Welt näher zusammengeführt? Oder sind wir gemeinsam der Gefahr einer technisch normalisierten Distanz erlegen?

Wie können Möglichkeiten kreativ genutzt werden, ohne den Wert physischer Präsenz und Wie können Möglichkeiten kreativ genutzt werden, ohne den Wert physischer Präsenz und Gemeinschaft zu verlieren und die Teilnehmen-den in eine blosse Zuschauerrolle zu versetzen?

Welche neuen Möglichkeiten von Vernetzung über die eigene Tradition und über die lokale Gemeinschaft hinaus ergeben sich? Impuls-Referate aus technischer und theologisch-kirchlicher Perspektive, persönliche Erfahrungen und Rückfragen aller Teilnehmenden sowie ein Podiumsgespräch laden zum Nachdenken und zur Vertiefung ein und geben Anregungen.

Der Studientag wird gemeinsam veranstaltet vom Institut für Ökumenische Studien der Universität Freiburg, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) und der Neuapostolischen Kirche in der Schweiz.

Hinweis: Mittagspause mit Stehlunch / Apéro am Schluss der Studientagung; Änderung aufgrund geltender Vorschriften vorbehalten

Datum
Montag, 22. November 2021, 9 Uhr 30 – 17 Uhr

Ort
Universität Fribourg, Avenue de l'Europe, Freiburg (09.00 – 13.00 Uhr Kinosaal / 14.00 –17.00 Uhr Auditorium A)
Google-Maps

Anmeldung bis 15. November unter https://nak.ch/api/app/2/register/event/388561/details

 


Aufnahme der Freikirchen in den Schweizerischen Rat der Religionen

An seiner Sommerklausur vom 9. September 2021 in Spiez hat der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) einstimmig beschlossen, die Freikirchen in der Schweiz als volles Mitglied aufzunehmen. Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA), der Réseau évangélique suisse (RES) und der (deutschschweizer) Dachverband der Freikirchen (VFG) werden durch Pastor Jean-Luc Ziehli vertreten. Mit dieser Erweiterung werden der inter­religiöse Dialog und die Förderung des religiösen Friedens in der Schweiz gestärkt.

Der Beschluss vom 9. September 2021 ist das Ergebnis eines Prozesses, in dem der Dialog zwischen den Freikirchen und den anderen Religionsgemeinschaften weiterentwickelt wurde. Jean-Luc Ziehli konnte bereits als Gast an den SCR-Sitzungen teilnehmen. Diese Phase ermöglichte es den drei freikirchlichen Institutionen schliesslich, eine klare Position zum interreligiösen Dialog festzulegen.

Rechts, Fotolegende
v.l.n.r Dr. Stefanos Athanasiou, Dr. Ralph Lewin, Pastor Jean-Luc Ziehli, Dr. Farhad Afshar, Bischof Dr. Harald Rein (Präsident SCR), Pfarrerin Rita Famos, Dr. Montassar BenMrad (Vize-Präsident SCR), Dr. Abel Manoukian (Generalsekretär), Bischof Dr. Felix Gmür

Webseite SCR


1. internationaler Tag der Schöpfung: Eindrücke

Als Kurt Zaugg, Leiter der oeku Kirchen für die Umwelt und ich am 12. September 2019 nach München reisten, ahnten wir gar nicht, was auf uns zukommen würde. Es wurde uns angeboten, den ersten internationalen Schöpfungstag mit zu organisieren. Es war sofort klar, dass wir mitmachen, und dass dieser Tag am Bodensee stattfindet zum Thema … Wasser. Der See verbindet grenzüberschreitend 5 Millionen Menschen und Wasser ist in ökologischer und biblischer Hinsicht von existenzieller Bedeutung.

Von Anne Durrer
Generalsekretärin der AGCK.CH

Zwischen September 2019 und September 2021 liegen eine beträchtliche Anzahl von Treffen in den unterschiedlichsten Konstellationen und der damals absolut unvorstellbare «Faktor Covid-19». Viele Sitzungen fanden digital statt, was geographisch auch Vorteile hatte. Vieles wurde aber verkompliziert, Stichwort: Schutzkonzept, verbindliche Anmeldungen usw., Zertifikate, die kontrolliert werden müssen usw. und die dauernde Unsicherheit, ob der Anlass überhaupt stattfinden kann. Und:

Ströme lebendigen Wassers
Der rote Faden wurde festgelegt: «Damit Ströme lebendigen Wassers fliessen»

Das «MS Alpenstadt Bludenz» wurde reserviert, Abfahrt von Bregenz um 13 Uhr

Die lokalen Vorbereitungsteams setzten sich ans Werk, interkonfessionell – unser Tag ist ökumenisch, die SchöpfungsZeit und die Bewahrung der Schöpfung finden seit Jahren eine wachsende Resonanz.

Musiker wurden verpflichtet, vom Lindauer Bläserensemble in Bregenz, russisch-orthodoxen Chor in Lindau bis zum Alphorn-Duo und Organist in Romanshorn. Dort fand nach dem Gottesdienst ein Empfang zum 50-jährigen Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) statt mit Grussworten, Geschenken und feinem Apero.

Die Feier
Im Laufe des Sommers sorgte nicht nur die Pandemie für Bedenken, sondern auch das nasse Wetter. Der Gott der Schöpfung zeigte sich aber sehr grosszügig: Der Tag der Schöpfung fand am 4. September unter glänzender Sonne statt, der See strahlte sowie die Gesichter der etwa 100 Frauen und Männern, die die Reise miterlebten.

In Bregenz wurde eine Wassersegnung vom rumänisch-orthodoxen Priester Ovidiu Cozma und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, gefeiert. Es ist kein Zufall, dass die von Cozma gesungene Liturgie uns «unter die Haut» ging: Cozma ist auch als Opernsänger in St. Gallen tätig.

In Lindau wurden wir eingeladen, die wunderschöne Naturkulisse wahrzunehmen und dafür zu danken. Auch ermutigte Bertram Meier, Bischof von Augsburg, alle, sich für die Umwelt zu engagieren, «es ist bereits fünf nach 12».

Die Predigt
In Romanshorn predigte Harald Rein, Bischof der Christkatholischen Kirche: «Jeder Christ ist wie ein lebendiges Wasser beziehungsweise ein Träger des Heiligen Geistes». «In der heutigen Zeit des Säkularismus bleibt aber die kritische Rückfrage an die Kirche heute und damit an uns: Tun wir für das Fliessen von Strömen lebendigen Wassers das Richtige? Reden wir zu leise? Zeigen wir das zu wenig?» Dass zum überzeugenden Handeln auch Taten gehören, verdeutlicht das Soziale Bekenntnis der Evangelisch-methodistischen Kirche, das im Gottesdienst aufgenommen wurde: «Wir bezeugen, dass die natürliche Welt Gottes Schöpfungswerk ist. Wir wollen sie schützen und verantwortungsvoll nutzen».

Predigt

3G neu gedeutet
Die neue «3G-Regel» galt auch für diesen Tag und verursachte keine unschönen Szenen. Ich staunte trotzdem, als ausgerechnet ein hoher orthodoxer Würdenträger – Erzpriester Radu Constantin Miron – auf dem Schiff zum Mikrophon griff und nochmals die Gültigkeit der 3-G-Regel betonte ….    GETAUFT    GEMEINSCHAFTLICH    GLÜCKLICH

Besser hätte sie für diesen ersten internationalen Tag der Schöpfung nicht treffen können.

Bildergalerie
Auf der Webseite der ACK. Anschauen

Gemeinsam mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und der ACK in Deutschland und in Bayern wurde mit vielen lokalen Partner:innen zur internationalen Feier zum Tag der Schöpfung am 4. September 2021 eingeladen. Der Tag ist ein Jubiläumsprojekt der AGCK Schweiz, die 2021 ihr 50-Jubiläum feiert.


Die Landeskirchen tragen die Ausweitung der Covid-Zertifikatspflicht mit

Die vom Bundesrat am 8. september 2021 vorgestellten, weiterführenden Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Corona-Pandemie werden von der Evangelisch-reformierten Kirche (EKS) und der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) unterstützt. Die beiden Landeskirchen erachten die Anhebung der zertifikatsfreien Grenze für Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen auf 50 Personen als Ergebnis der Einwirkung der Landeskirchen im Rahmen der Vernehmlassung. Sie sehen sich in der Pflicht, in dieser herausfordernden Lage für alle Menschen auch weiterhin offene und sichere Gottesdienste feiern zu können.

Die steigenden Zahlen von Corona-Infektionen und Hospitalisationen deuten auf eine vierte Welle der Pandemie hin. EKS und SBK betrachten diese Entwicklungen mit Sorge und sind gewillt, ihren Beitrag zur Eindämmung weiterhin zu leisten und sich in ihren Reihen für wirkungsvolle Schutzmassnahmen einzusetzen. Das im Frühling 2021 vom Bundesrat mit der Einführung des Corona-Zertifikats implementierte Ampelsystem hatte die religiösen Veranstaltungen bisher dem «grünen Bereich» zugeordnet. Demnach waren sie von der Anwendung des Zertifikats aufgrund von elementaren Freiheits- und Grundrechten explizit ausgeschlossen. Neu wird die Zertifikatspflicht breiter anwendbar, jedoch abgestuft nach «grundrechtsrelevanten» und anderweitigen Veranstaltungen. Die beiden Landeskirchen danken dem Bundesrat, dass er den Zugang zu Gottesdiensten und religiösen Veranstaltungen als wichtig erachtet und die Zertifikatspflicht erst ab einer Anzahl von 50 Personen fordert. Sie erachten es als Ergebnis des Einwirkens der Kirchen bei der Landesregierung im Vorfeld des aktuellen Entscheids.

Abdankungen
EKS und SBK kritisieren, dass Abdankungen und andere, auch nicht-kirchliche Bestattungsrituale, nicht generell vom Zertifikatserfordernis ausgenommen sind. Die Möglichkeit, gemeinsam zu trauern und Abschied zu nehmen ist ein wesentliches Element der persönlichen und gesellschaftlichen Bewältigung von Krisensituationen. Mit Blick auf die pandemiebedingte Situation tragen die beiden Kirchen die strengeren Schutzvorschriften mit und hoffen, dass die Massnahmen wirken. Sie werden sich weiterhin aktiv beim Bundesrat dafür einsetzen, dass Abdankungen von der Zertifikatspflicht ausgenommen werden.


Pilgern vom Sofa aus

Mit der App «Dein Pilgerweg» geht es auf einen neuen, spannenden, ungewohnten und überraschenden Weg. Pilgern fasziniert die Menschheit seit jeher, sie sind fester Bestandteil der Religionen. Im digitalen Raum wird es all das geben, was auch analoges Pilgern ausmacht. Die App bietet eine Auszeit vom Alltag mitten im Alltag. Mitmachen können alle, die Freude am ökumenischen Austausch haben. Die App kann kostenlos herunterladen werden.

Mit dem Wort «Pilgern» sind Bilder verbunden wie Rucksack, Stock, Wanderschuhe, Anstrengung, Verzicht, aber auch Abschalten, Ausbrechen aus dem Alltag, den eigenen geistigen Horizont erweitern, Glauben suchen und erleben, Menschen und Kulturen kennenlernen. Pilgern fasziniert die Menschheit seit jeher, sie sind fester Bestandteil der Religionen. Im digitalen Raum wird es all das geben, was auch analoges Pilgern ausmacht: Herbergen zum Ausruhen, neue Bekanntschaften, soziale Interaktion, Tages- und Wochenetappen. Die App «Dein Pilgerweg» ermöglicht individuelle, persönliche Pilgerwegs-Erfahrungen. Tägliche kleine Impulse können zu einem bewussten Umgang mit den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung im Alltag anleiten.

Die Pilger haben die Wahl, jeden Tag eine beliebige Strecke von mindestens 30 Minuten zu gehen und/oder die Zeit zum Nachdenken und Reflektieren zu nutzen. Digitale Wegmarken können hinterlassen werden und dienen anderen Pilgern als Anregung.

An den Wochenenden können sich die Pilger in Herbergen erholen. Dort werden sie von ihren Herbergseltern begrüsst, lernen etwas über die Kultur, Traditionen und den Glauben der Herbergseltern und können sich mit anderen Pilgern austauschen. Sieben Wochen dauert der Pilgerweg. Er kann mehrmals gegangen werden.

Mitmachen als Pilger oder Herbergseltern
Jedes Kirchenmitglied, jede Kirchgemeinde oder Pfarrei hat die Möglichkeit, sich als ein/e Herbergsvater/-mutter (gerne auch Herbergseltern oder Herbergskirche) an diesem innovativen ökumenischen Projekt zu beteiligen und etwas zum digitalen Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens beizutragen.

Erklärvideo

Die App ist im Google PlayStore verfügbar. Die iOS-Version für Apple ist in Vorbereitung.

Weitere Informationen auf die Seite www.pilgerwegapp.com

Initiantin und Herausgeberin ist die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland.


Gegenseitige Taufanerkennung: Die Neuapostolische Kirche schliesst sich der Erklärung von Riva San Vitale an

2016 hat die Neuapostolische Kirche in der Schweiz das Gesuch gestellt, sich der Riva San Vitale Erklärung zur gegenseitigen Taufanerkennung von 2014 anzuschliessen. Das Gesuch wurde von den damals sechs Unterzeichnenden angenommen: Heute, am 8. Juli 2021, unterzeichnen die gegenseitige Taufanerkennung Bezirksapostel Jürg Zbinden, Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Schweiz, Rita Famos für die Evangelisch-Reformierte Kirche in der Schweiz, Felix Gmür für die Bischofskonferenz, Adèle Kelham für die Anglikanische Kirche in der Schweiz, Patrick Streiff für die Methodistische Kirche, Harald Rein für die Christkatholische Kirche und Jörg Winkelströter für den Bund Lutherischer Kirchen in der Schweiz und Liechtenstein.

Weg der ökumenischen Öffnung
Dieses wichtige Zeichen der Einheit wurde dadurch ermöglicht, dass bereits 2002 ein Dialog mit der Neuapostolischen Kirche (NAK) zu Fragen der Theologie und des Glaubens begonnen und in der dafür eingesetzten Gesprächskommission von 2014 bis 2019 intensiv fortgesetzt wurde; die NAK hat sich in diesen Jahren zunehmend ökumenisch geöffnet, ihre Sakramententheologie präzisiert und einen Katechismus veröffentlicht, der ihre lehrmässigen Grundlagen klärt. Somit stand einer gegenseitigen Anerkennung der Taufe nichts mehr im Wege. In seiner Bekundung im Rahmen des Gottesdienstes zur Unterzeichnung ging Bezirksapostel Jürg Zbinden auf die Entwicklung ein:

Ich freue mich sehr über diesen Schritt des christlichen Miteinanders, welcher die verbindende Kraft in der Kirche Christi in den Vordergrund stellt und bin bewegt und dankbar, dass ich heute als Oberhaupt der Neuapostolischen Kirche Schweiz hier in der Kirche Bruder Klaus die gegenseitige Anerkennung der Taufe gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Kirchen unterzeichnen kann.

Die Notwendigkeit, die Einheit der Taufe wiederherzustellen
Die christliche Taufe gründet im Wirken von Jesus von Nazareth, in seinem Tod und seiner Auferstehung. Sie ist die Eingliederung in Christus. Die verschiedenen Praktiken der Taufe sind eine Teilnahme an der einen Taufe. Die Notwendigkeit, die Einheit der Taufe wiederherzustellen, ist daher von zentraler Bedeutung für die ökumenische Arbeit; sie ist auch von zentraler Bedeutung für das Leben einer authentischen Gemeinschaft innerhalb der christlichen Gemeinschaften. Die Taufe ist ein unwiederholbarer Akt. Mit der Unterzeichnung der Erklärung von Riva San Vitale «zur gegenseitigen Taufanerkennung» setzen die Kirchen ein wichtiges Zeichen für die in Christus gegründete Einheit der Taufe.

Die Taufe wird mit Wasser durchgeführt, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Bei der Durchführung der Taufe sind die Kirchen verpflichtet, den symbolischen Wert des Wassers ernst zu nehmen. Der Akt drückt die Tatsache aus, dass der Christ in der Taufe an Tod, Begräbnis und Auferstehung Christi teilhat. Das Neue Testament betont die ethischen Implikationen der Taufe, indem es sie als eine Reinigung des Herzens von aller Sünde darstellt. Die Taufe besiegelt unsere gemeinsame Verpflichtung zur Nachfolge Christi. Durch ihre eigene Taufe werden Christinnen und Christen in die Einheit mit Christus, mit jedem anderen Christmensch und mit der Kirche aller Zeiten und Orte geführt.

Eine Verpflichtung für die Kirchen in der Schweiz
Mit der Unterzeichnung der Europäischen Charta Oecumenica im Jahr 2005 verpflichteten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH), sich für die gegenseitige Taufanerkennung einzusetzen. Die drei Landeskirchen – Römisch-katholische Kirche, Christkatholische Kirche und Evangelisch-reformierte Kirche – hatten sich bereits 1973 dazu verpflichtet. Einundvierzig Jahre später, am 21. April 2014, unterzeichneten sechs Mitgliedskirchen der AGCK.CH die Erklärung von Riva San Vitale. Mit der Neuapostolischen Kirche ist nun ein siebter Unterzeichner hinzugekommen.

Urkunde

Bildlegende: v.l.n.r:: Bischof Patrick Streiff, Ev.-methodistische Kirche, Reverend Adèle Kelham, Church of England, Pfarrer Christoph Schuler, Christkatholische Kirche (als Moderator der Feier), Bischof Felix Gmür, Schweizer Bischofskonferenz, Bezirksapostel Jürg Zbinden, Neuapostolische Kirche Schweiz, Pfarrer Jörg Winkelströter, Ev.-lutherische Kirche, Pfarrerin Rita Famos, Ev.-reformierte Kirche Schweiz, Pfarrer Daniel Konrad, Christkatholische Kirche (Liturg), Bischof Harald Rein, Christkatholische Kirche

Weitere Bilder der Feier

English version


Lancierung einer neuen Webseite zum Thema «Religion»

Mit der Webseite «religion.ch» kommt das Beratungsangebot, das seit der Gründung 1992 ein wichtiger Teil der Arbeit von IRAS COTIS war, im digitalen Zeitalter an. Die neue Plattform ermöglicht den Austausch von Informationen und Impulsen zum multireligiösen Leben und Zusammenleben in der Schweiz.

Mit dem Projekt möchte IRAS COTIS stereotypen Vorstellungen von Religion und religiösen Menschen entgegenwirken und zu einem guten und friedlichen Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen beitragen.

Zum Start widmet sich «religion.ch» in acht Beiträgen dem Thema Ökologie und Religion: Werden Religionen in der Schweiz grüner? Wie steht es um ihre Beziehung zur Natur und ihre Verantwortung für die Schöpfung? Welche Rolle spielen religiös motivierte Menschen in der Klimabewegung? In einem Podcast diskutieren ausserdem die Frage, wie grün Religionen in der Schweiz sind.

Ab August werden die Anerkennung von Religionsgemeinschaften, im Oktober und November das Thema Sterben, Tod und Bestattung in den Religionen und zum Jahreswechsel dreht sich alles um Verschwörungstheorien. Die Themen werden in Fachbeiträgen, Blogs, Podcasts und Reportagen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Abgerundet wird das neue Informationsportal «religion.ch» von einer Infothek für alle, die sich vertieft in Themen einlesen möchten, von einer Presseschau und von Tipps für Bücher, Filme und Bildungsangebote.

religion.ch

 


Neuer Kurs «Kirchliches Umweltmanagement Grüner Güggel» im Herbst 2021

Im Oktober 2021 bietet die Fachstelle oeku Kirchen für die Umwelt einen neuen Lehrgang «Kirchliches Umweltmanagement». An sechs Halbtagen holen sich die Teilnehmenden das Wissen, wie sie eine Kirchgemeinde zum Umweltlabel Grüner Güggel führen können.

Im vergangenen Jahr haben sich 45 Personen zu «kirchlichen Umweltberatenden» ausgebildet. Nun bietet die Fachstelle oeku den Lehrgang erneut für Personen an, die ihre Kirchgemeinde zum Umweltlabel Grüner Güggel führen wollen. Das Umweltzertifikat Grüner Güggel hat sich als gutes Instrument erwiesen, um Kirchgemeinden bei der Umweltarbeit zu unterstützen. Es hilft durch ein standardisiertes Vorgehen bei der Erarbeitung eines Umweltmanagementsystems (UMS). Und es erleichtert die Umwelt-Kommunikation der Kirchgemeinde nach innen und nach aussen.

Im neuen Kurs besuchen die Teilnehmenden sechs zertifizierte Kirchgemeinden in der ganzen Deutschschweiz. Die Termine und Orte finden sich im beiliegenden Flyer. Anmeldungen können über den Sommer gemeldet werden, Auskunft erhalten Sie bei der Fachstelle oeku Kirchen für die Umwelt.

Die Platzzahl ist beschränkt, die Anmeldungen sind offen.Auskunft telefonisch (031 312 42 46) oder auf der Webseite der oeku.

Kursflyer
Der Grüne Güggel

 


Erstmals leitet eine Frau den Lutherischen Weltbund

Während seiner jährlichen Tagung hat der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) am 19. Juni die estnische Pfarrerin Anne Burghardt zur neuen Generalsekretärin der LWB gewählt.Die 45-Jährige estnische Theologin wird diese Leitungsfunktion als erste Frau und als erste Vertreterin aus der LWB-Region Mittel- und Osteuropa übernehmen. Das Amt der LWB-Generalsekretärin wird Frau Burghardt im November als Nachfolgerin von Pfarrer Dr. h.c. Dr. h.c. Martin Junge übernehmen. Die Amtsdauer beträgt sieben Jahre.

Pfarrerin Burghardt studierte Theologie an der Universität Tartu in Estland, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der Humboldt-Universität Berlin. Sie hat einen Masterabschluss in Theologie und ist im Begriff ihr Promotionsstudium im Bereich orthodoxe Liturgiewissenschaft abzuschliessen. Sie ist derzeit Leiterin der Abteilung für Entwicklung am Theologischen Institut der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Beraterin ihrer Kirche für internationale und ökumenische Beziehungen.

Weitreichende Ökumene-Erfahrungen
Am Theologischen Institut der EELK hat Burghardt daran gearbeitet, die lutherisch-theologische Ausbildung als integralen Bestandteil für die Zukunftsfähigkeit der Kirchen zu stärken. Sie verfügt über weitreichende Erfahrungen auf dem Gebiet der ökumenischen Beziehungen, da sie von 2013 bis 2018 auch als Studiensekretärin für ökumenische Beziehungen im Büro der LWB-Kirchengemeinschaft in Genf tätig war. Burghardt war darüber hinaus zuständig für die inhaltliche Koordinierung der 12. LWB-Vollversammlung 2017 in Windhuk/Namibia und des 500. Reformationsjubiläums. Ausserdem ist sie Mitglied im Leitungsgremium der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK).

Der Lutherische Weltbund
Der LWB ist eine weltweite Gemeinschaft von 148 Kirchen lutherischer Tradition, die zusammen 77,8 Millionen Gemeindemitglieder in 99 Ländern vertreten. Der LWB handelt im Namen seiner Mitgliedskirchen in den Bereichen ökumenische und interreligiöse Beziehungen, Theologie, humanitäre Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und den verschiedenen Aspekten von Mission und Entwicklung. Der Generalsekretär oder die Generalsekretärin des LWB setzt die Beschlüsse der LWB-Vollversammlung und des LWB-Rats um und ist der oder die leitende Ökumenebeauftragte des LWB.

Webseite des LWB


4. September 2021: Internationaler Tag der Schöpfung in der Bodenseeregion

Die Kirchen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz beginnen am 4. September die SchöpfungsZeit gemeinsam mit einem Ökumenischen Tag der Schöpfung am Bodensee. Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland und die AGCK Schweiz laden gemeinsam mit vielen lokalen Partnerinnen und Partnern zu diesem Tag. Die AGCK.CH freut sich, daran beteiligt zu sein und feiert somit ein doppeltes Jubiläum: das 20-jährige Bestehen der Europäischen Ökumenischen Charta – die den Kirchen empfiehlt, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen – und das eigene, denn in diesem Jahr feiern wir 50 Jahre Ökumene auf nationaler Ebene in der Schweiz!

Die Alpen sind das Wasserschloss vieler europäische Staaten. In unseren Seen sammelt sich das Wasser, das Länder und Menschen verbindet. So lag es nahe, für diese SchöpfungsZeit 2021 die Bodenseeregion und das Thema Wasser, das unsere drei Länder auf existenzielle Weise verbindet, zu wählen. Die SchöpfungsZeit bietet die Gelegenheit, für das Geschenk des Wassers zu danken und dafür zu sorgen, dass lebendiges Wasser auch in Zukunft fliessen kann. Folgende Stationen sind geplant: Bregenz (A), Lindau (D) und Romanshorn (CH). Eine Schiffstour verbindet alle drei Veranstaltungsorte, die auch einzeln besucht werden können.

Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Aber wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden. … Wir empfehlen, einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen.
Charta Oecumenica, Artikel 9

Der 1. September gilt bei den orthodoxen Kirchen als der Tag der Schöpfung. Die katholische Kirche begeht den 1. September als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung und der 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi und Welttierschutztag. Dazwischen liegt die SchöpfungsZeit – sie schliesst damit den Bettag und das Erntedankfest mit ein.

oeku Kirchen für die Umwelt, die an diesem Tag beteiligt ist, hat wie jedes Jahr eine Arbeitsdokumentation für die Gestaltung von Gottesdiensten und weiteren Anlässen während der SchöpfungsZeit, welche seit Mai verfügbar ist.

Flyer Schöpfungszeit 2021
Bestellung der Arbeitsdokumentation der oeku
Gottesdienstheft für den 4. September (Romanshorn)

Das Motiv zeigt das Naturschutzgebiet Seemoosriet bei Arbon (TG) am Bodensee.
© Herbert Haltmeier, Arbon