Gegenseitige Taufanerkennung: Die Neuapostolische Kirche schliesst sich der Erklärung von Riva San Vitale an

2016 hat die Neuapostolische Kirche in der Schweiz das Gesuch gestellt, sich der Riva San Vitale Erklärung zur gegenseitigen Taufanerkennung von 2014 anzuschliessen. Das Gesuch wurde von den damals sechs Unterzeichnenden angenommen: Heute, am 8. Juli 2021, unterzeichnen die gegenseitige Taufanerkennung Bezirksapostel Jürg Zbinden, Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche Schweiz, Rita Famos für die Evangelisch-Reformierte Kirche in der Schweiz, Felix Gmür für die Bischofskonferenz, Adèle Kelham für die Anglikanische Kirche in der Schweiz, Patrick Streiff für die Methodistische Kirche, Harald Rein für die Christkatholische Kirche und Jörg Winkelströter für den Bund Lutherischer Kirchen in der Schweiz und Liechtenstein.

Weg der ökumenischen Öffnung
Dieses wichtige Zeichen der Einheit wurde dadurch ermöglicht, dass bereits 2002 ein Dialog mit der Neuapostolischen Kirche (NAK) zu Fragen der Theologie und des Glaubens begonnen und in der dafür eingesetzten Gesprächskommission von 2014 bis 2019 intensiv fortgesetzt wurde; die NAK hat sich in diesen Jahren zunehmend ökumenisch geöffnet, ihre Sakramententheologie präzisiert und einen Katechismus veröffentlicht, der ihre lehrmässigen Grundlagen klärt. Somit stand einer gegenseitigen Anerkennung der Taufe nichts mehr im Wege. In seiner Bekundung im Rahmen des Gottesdienstes zur Unterzeichnung ging Bezirksapostel Jürg Zbinden auf die Entwicklung ein:

Ich freue mich sehr über diesen Schritt des christlichen Miteinanders, welcher die verbindende Kraft in der Kirche Christi in den Vordergrund stellt und bin bewegt und dankbar, dass ich heute als Oberhaupt der Neuapostolischen Kirche Schweiz hier in der Kirche Bruder Klaus die gegenseitige Anerkennung der Taufe gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Kirchen unterzeichnen kann.

Die Notwendigkeit, die Einheit der Taufe wiederherzustellen
Die christliche Taufe gründet im Wirken von Jesus von Nazareth, in seinem Tod und seiner Auferstehung. Sie ist die Eingliederung in Christus. Die verschiedenen Praktiken der Taufe sind eine Teilnahme an der einen Taufe. Die Notwendigkeit, die Einheit der Taufe wiederherzustellen, ist daher von zentraler Bedeutung für die ökumenische Arbeit; sie ist auch von zentraler Bedeutung für das Leben einer authentischen Gemeinschaft innerhalb der christlichen Gemeinschaften. Die Taufe ist ein unwiederholbarer Akt. Mit der Unterzeichnung der Erklärung von Riva San Vitale «zur gegenseitigen Taufanerkennung» setzen die Kirchen ein wichtiges Zeichen für die in Christus gegründete Einheit der Taufe.

Die Taufe wird mit Wasser durchgeführt, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Bei der Durchführung der Taufe sind die Kirchen verpflichtet, den symbolischen Wert des Wassers ernst zu nehmen. Der Akt drückt die Tatsache aus, dass der Christ in der Taufe an Tod, Begräbnis und Auferstehung Christi teilhat. Das Neue Testament betont die ethischen Implikationen der Taufe, indem es sie als eine Reinigung des Herzens von aller Sünde darstellt. Die Taufe besiegelt unsere gemeinsame Verpflichtung zur Nachfolge Christi. Durch ihre eigene Taufe werden Christinnen und Christen in die Einheit mit Christus, mit jedem anderen Christmensch und mit der Kirche aller Zeiten und Orte geführt.

Eine Verpflichtung für die Kirchen in der Schweiz
Mit der Unterzeichnung der Europäischen Charta Oecumenica im Jahr 2005 verpflichteten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH), sich für die gegenseitige Taufanerkennung einzusetzen. Die drei Landeskirchen – Römisch-katholische Kirche, Christkatholische Kirche und Evangelisch-reformierte Kirche – hatten sich bereits 1973 dazu verpflichtet. Einundvierzig Jahre später, am 21. April 2014, unterzeichneten sechs Mitgliedskirchen der AGCK.CH die Erklärung von Riva San Vitale. Mit der Neuapostolischen Kirche ist nun ein siebter Unterzeichner hinzugekommen.

Urkunde

Bildlegende: v.l.n.r:: Bischof Patrick Streiff, Ev.-methodistische Kirche, Reverend Adèle Kelham, Church of England, Pfarrer Christoph Schuler, Christkatholische Kirche (als Moderator der Feier), Bischof Felix Gmür, Schweizer Bischofskonferenz, Bezirksapostel Jürg Zbinden, Neuapostolische Kirche Schweiz, Pfarrer Jörg Winkelströter, Ev.-lutherische Kirche, Pfarrerin Rita Famos, Ev.-reformierte Kirche Schweiz, Pfarrer Daniel Konrad, Christkatholische Kirche (Liturg), Bischof Harald Rein, Christkatholische Kirche

Weitere Bilder der Feier

English version


Lancierung einer neuen Webseite zum Thema «Religion»

Mit der Webseite «religion.ch» kommt das Beratungsangebot, das seit der Gründung 1992 ein wichtiger Teil der Arbeit von IRAS COTIS war, im digitalen Zeitalter an. Die neue Plattform ermöglicht den Austausch von Informationen und Impulsen zum multireligiösen Leben und Zusammenleben in der Schweiz.

Mit dem Projekt möchte IRAS COTIS stereotypen Vorstellungen von Religion und religiösen Menschen entgegenwirken und zu einem guten und friedlichen Zusammenleben von Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen beitragen.

Zum Start widmet sich «religion.ch» in acht Beiträgen dem Thema Ökologie und Religion: Werden Religionen in der Schweiz grüner? Wie steht es um ihre Beziehung zur Natur und ihre Verantwortung für die Schöpfung? Welche Rolle spielen religiös motivierte Menschen in der Klimabewegung? In einem Podcast diskutieren ausserdem die Frage, wie grün Religionen in der Schweiz sind.

Ab August werden die Anerkennung von Religionsgemeinschaften, im Oktober und November das Thema Sterben, Tod und Bestattung in den Religionen und zum Jahreswechsel dreht sich alles um Verschwörungstheorien. Die Themen werden in Fachbeiträgen, Blogs, Podcasts und Reportagen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Abgerundet wird das neue Informationsportal «religion.ch» von einer Infothek für alle, die sich vertieft in Themen einlesen möchten, von einer Presseschau und von Tipps für Bücher, Filme und Bildungsangebote.

religion.ch

 


Neuer Kurs «Kirchliches Umweltmanagement Grüner Güggel» im Herbst 2021

Im Oktober 2021 bietet die Fachstelle oeku Kirchen für die Umwelt einen neuen Lehrgang «Kirchliches Umweltmanagement». An sechs Halbtagen holen sich die Teilnehmenden das Wissen, wie sie eine Kirchgemeinde zum Umweltlabel Grüner Güggel führen können.

Im vergangenen Jahr haben sich 45 Personen zu «kirchlichen Umweltberatenden» ausgebildet. Nun bietet die Fachstelle oeku den Lehrgang erneut für Personen an, die ihre Kirchgemeinde zum Umweltlabel Grüner Güggel führen wollen. Das Umweltzertifikat Grüner Güggel hat sich als gutes Instrument erwiesen, um Kirchgemeinden bei der Umweltarbeit zu unterstützen. Es hilft durch ein standardisiertes Vorgehen bei der Erarbeitung eines Umweltmanagementsystems (UMS). Und es erleichtert die Umwelt-Kommunikation der Kirchgemeinde nach innen und nach aussen.

Im neuen Kurs besuchen die Teilnehmenden sechs zertifizierte Kirchgemeinden in der ganzen Deutschschweiz. Die Termine und Orte finden sich im beiliegenden Flyer. Anmeldungen können über den Sommer gemeldet werden, Auskunft erhalten Sie bei der Fachstelle oeku Kirchen für die Umwelt.

Die Platzzahl ist beschränkt, die Anmeldungen sind offen.Auskunft telefonisch (031 312 42 46) oder auf der Webseite der oeku.

Kursflyer
Der Grüne Güggel

 


Erstmals leitet eine Frau den Lutherischen Weltbund

Während seiner jährlichen Tagung hat der Rat des Lutherischen Weltbundes (LWB) am 19. Juni die estnische Pfarrerin Anne Burghardt zur neuen Generalsekretärin der LWB gewählt.Die 45-Jährige estnische Theologin wird diese Leitungsfunktion als erste Frau und als erste Vertreterin aus der LWB-Region Mittel- und Osteuropa übernehmen. Das Amt der LWB-Generalsekretärin wird Frau Burghardt im November als Nachfolgerin von Pfarrer Dr. h.c. Dr. h.c. Martin Junge übernehmen. Die Amtsdauer beträgt sieben Jahre.

Pfarrerin Burghardt studierte Theologie an der Universität Tartu in Estland, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der Humboldt-Universität Berlin. Sie hat einen Masterabschluss in Theologie und ist im Begriff ihr Promotionsstudium im Bereich orthodoxe Liturgiewissenschaft abzuschliessen. Sie ist derzeit Leiterin der Abteilung für Entwicklung am Theologischen Institut der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Beraterin ihrer Kirche für internationale und ökumenische Beziehungen.

Weitreichende Ökumene-Erfahrungen
Am Theologischen Institut der EELK hat Burghardt daran gearbeitet, die lutherisch-theologische Ausbildung als integralen Bestandteil für die Zukunftsfähigkeit der Kirchen zu stärken. Sie verfügt über weitreichende Erfahrungen auf dem Gebiet der ökumenischen Beziehungen, da sie von 2013 bis 2018 auch als Studiensekretärin für ökumenische Beziehungen im Büro der LWB-Kirchengemeinschaft in Genf tätig war. Burghardt war darüber hinaus zuständig für die inhaltliche Koordinierung der 12. LWB-Vollversammlung 2017 in Windhuk/Namibia und des 500. Reformationsjubiläums. Ausserdem ist sie Mitglied im Leitungsgremium der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK).

Der Lutherische Weltbund
Der LWB ist eine weltweite Gemeinschaft von 148 Kirchen lutherischer Tradition, die zusammen 77,8 Millionen Gemeindemitglieder in 99 Ländern vertreten. Der LWB handelt im Namen seiner Mitgliedskirchen in den Bereichen ökumenische und interreligiöse Beziehungen, Theologie, humanitäre Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und den verschiedenen Aspekten von Mission und Entwicklung. Der Generalsekretär oder die Generalsekretärin des LWB setzt die Beschlüsse der LWB-Vollversammlung und des LWB-Rats um und ist der oder die leitende Ökumenebeauftragte des LWB.

Webseite des LWB


4. September 2021: Internationaler Tag der Schöpfung in der Bodenseeregion

Die Kirchen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz beginnen am 4. September die SchöpfungsZeit gemeinsam mit einem Ökumenischen Tag der Schöpfung am Bodensee. Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland und die AGCK Schweiz laden gemeinsam mit vielen lokalen Partnerinnen und Partnern zu diesem Tag. Die AGCK.CH freut sich, daran beteiligt zu sein und feiert somit ein doppeltes Jubiläum: das 20-jährige Bestehen der Europäischen Ökumenischen Charta – die den Kirchen empfiehlt, sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen – und das eigene, denn in diesem Jahr feiern wir 50 Jahre Ökumene auf nationaler Ebene in der Schweiz!

Die Alpen sind das Wasserschloss vieler europäische Staaten. In unseren Seen sammelt sich das Wasser, das Länder und Menschen verbindet. So lag es nahe, für diese SchöpfungsZeit 2021 die Bodenseeregion und das Thema Wasser, das unsere drei Länder auf existenzielle Weise verbindet, zu wählen. Die SchöpfungsZeit bietet die Gelegenheit, für das Geschenk des Wassers zu danken und dafür zu sorgen, dass lebendiges Wasser auch in Zukunft fliessen kann. Folgende Stationen sind geplant: Bregenz (A), Lindau (D) und Romanshorn (CH). Eine Schiffstour verbindet alle drei Veranstaltungsorte, die auch einzeln besucht werden können.

Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur. Aber wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden. … Wir empfehlen, einen ökumenischen Tag des Gebetes für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen einzuführen.
Charta Oecumenica, Artikel 9

Der 1. September gilt bei den orthodoxen Kirchen als der Tag der Schöpfung. Die katholische Kirche begeht den 1. September als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung und der 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi und Welttierschutztag. Dazwischen liegt die SchöpfungsZeit – sie schliesst damit den Bettag und das Erntedankfest mit ein.

oeku Kirchen für die Umwelt, die an diesem Tag beteiligt ist, hat wie jedes Jahr eine Arbeitsdokumentation für die Gestaltung von Gottesdiensten und weiteren Anlässen während der SchöpfungsZeit, welche seit Mai verfügbar ist.

Flyer Schöpfungszeit 2021
Bestellung der Arbeitsdokumentation der oeku
Gottesdienstheft für den 4. September (Romanshorn)

Das Motiv zeigt das Naturschutzgebiet Seemoosriet bei Arbon (TG) am Bodensee.
© Herbert Haltmeier, Arbon


Erste Plenarversammlung 2021 der AGCK.CH auf ZOOM (2. Juni)

Das institutionelle Leben der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AGCK.CH) in der Schweiz wird durch zwei jährliche Plenarversammlungen geprägt. Zur Plenarversammlung gehören die von den Mitgliedern der AGCK.CH entsandten Delegierten, dazu sind «Gastmitglieder» und eine Vertetung der jeweilgen kantonalen Arbeitsgemeinschaften eingeladen. Dieses Jahr hatten wir geplant, uns in Bellinzona zu treffen, um dabei die spezifische ökumenische Situation südlich der Alpen kennenzulernen. «Corona» hat dazu geführt, dass diese erste Plenarversammlung 2021 am 2. Juni virtuell auf ZOOM stattgefunden hat und der Austausch im Tessin entfallen musste.

Die Plenarversammlung hat sich darum auf die in den Vereinsstatuten zugewiesenen Aufgaben konzentriert: Verabschiedung der Jahresrechnung 2020 und Wahl der Revisionsstelle. Ausserdem wurde die erste Lesung der revidierten Statuten durchgeführt. Die Revision soll die Statuten an die in den letzten Jahren etablierte Praxis anpassen, denn die AGCK.CH hat neue Mitglieder aufgenommen, die formell keine Kirchen sind ... sondern kirchliche Verbände oder Dachverbände von Kirchen. Dazu wurde über mögliche neue Varianten der Finanzierung diskutiert. Zu den Plenarversammlungen, auch über Bildschirm, gehört zentral der Informationsaustausch.

Die zweite Plenarversammlung ist für November geplant. Im Zentrum stehen dann die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der am 21. Juni 1971 in Basel gegründeten AGCK.CH. Wir rechnen alle fest damit, einander endlich wieder im REALEN Leben in Basel zu begegnen - nach zwei Jahren der virtuellen Treffen.

Einsatz für die Ökumene – 50 Jahre AGCK: Interview Forum Kirche 12/21

 


22. April 2021: 20 Jahre Charta Oecumenica

Die europäische Charta Oecumenica wurde am 22. April 2001 in Strassburg von den damaligen Präsidenten der KEK und der CCEE als «Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa» unterschrieben. Auch in der Schweiz, wo die Charta vier Jahre später von den Mitgliedkirchen der AGCK.CH unterschrieben wurde. Zwanzig Jahre nach der Unterzeichnung der Charta erneuern die Kirchen der Schweiz am 22. April ihre Selbstverpflichtungen im Rahmen eines Zoom-Anlasses, welcher auf YouTube übertragen wird.

Am 22. April 2021 lädt die AGCK.CH zusammen mit dem Institut für Ökumenische Studien der Universität Freiburg Schweiz (Prof. Dr. Barbara Hallensleben) zu dieser Feier des 20. Jahrestages der Charta Oecumenica ein. Dabei würdigen die Mitgliedkirchen die Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre, und die Selbstverpflichtungen werden gemeinsam erneuert.

Coronabedingt findet der Anlass mit Delegationen aller Mitglieder der AGCK.CH auf Zoom statt. Die Generalsekretäre der KEK (Jørgen Skov Sørensen) und der CCEE (Bruder Martin Michalíček) feiern mit uns.

Beginn des Anlasses: 15 Uhr 15, am 22. April 2021

Programm

Link zur Live-Übertragung auf YouTube

Gedenkgottesdienst KEK/CCEE
Um 19 Uhr organisieren KEK und CCEE einen ökumenischen Jubiläums-Gottesdienst (online). In Bezug auf die Covid-19-Pandemie ist das Thema des 20-jährigen Jubiläums der Charta Oecumenica inspiriert von der biblischen Prämisse aus Römer 12,12: «Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!»

Eine Anmeldung ist nötig (Link dazu)


Schenkt ein Licht der Hoffnung und Verbundenheit

Ab dem 3. April kann man auf www.lichtschenken.ch virtuell Lichter anzünden und so die Schweizer Karte in ein Lichtermeer der Solidarität verwandeln. Die Schweizer Kirchen schaffen mit dieser der Gedenkseite einen Ort für Botschaften, Gebete und Gedanken der Hoffnung. Bundespräsident Guy Parmelin wird das erste Licht antünden. Auch der Präsident der AGCK.CH, Milan Kostrešević, wird eine Kerze anzünden.

In der Coronapandemie erleben wir alle, was es heisst, jemanden zu vermissen, geliebte Menschen zu verlieren, für Gesundheit und das Leben dankbar zu sein. Nach über einem Jahr in der Pandemie soll zwischen Karsamstag und Pfingstmontag (3. April bis 24. Mai 2021) die schweizweite Solidarität eine Plattform bekommen. Gemeinsam wird die Plattform von mehreren kirchlichen Akteuren lanciert: Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS), Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), Christkatholische Kirche in der Schweiz (CKK), Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK.CH) und  Schweizerische Evangelische Allianz (SEA).

Das Herzstück wird eine Schweizer Karte sein, die durch Lichter des Gedenkens, der Hoffnung, des Dankes und der Verbundenheit nach und nach erstrahlen soll. Alle Menschen sind eingeladen, hier Gedanken, Grüsse und Botschaften verbunden mit einem Licht zu teilen. Dieses leuchtet dann im jeweiligen Wohnkanton und kann auch weiterversendet werden. So zündet auch der Präsident der AGCK.CH eine virtuelle Kerze, verbunden mit einem Gebet.

In diesen Tagen der hellen Auferstehung Christi bete ich für alle Opfer der Pandemie, die die Welt in so kurzer Zeit gelähmt hat. Mögen ihre Seelen in den Armen Gottes ruhen, und möge der auferstandene Christus uns gute Gesundheit und würdigen Trost auf Erden geben.
Milan Kostrešević

Rita Famos, Präsidentin der EKS, betont, wie wichtig es in diesen Tagen ist, das Osterlicht, das das Leben symbolisiert, weiterzugeben. «Lichtschenken.ch wird eine ganz andere Art von Corona-Demonstration sein: Eine Demonstration unseres Zusammenhalts und unserer Zuversicht. Denn eigentlich sind wir doch «Protestleute gegen den Tod» in all seinen Varianten. Indem wir Licht schenken, bieten wir Frustration, Müdigkeit, Trauer und Schuldzuweisungen die Stirn.»

Link zur Plattform lichtschenken

Flyer


Gebetswoche zur Zeit der Covid-19-Pandemie

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ruft vom 22. bis 27. März zu einer Gebetswoche auf. In dieser Woche jährt sich zum ersten Mal der Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 zur Pandemie erklärte. Die Gebetswoche wird gemeinsam mit ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenischen Partnerorganisationen veranstaltet und bietet Gelegenheit zum Austausch von Gebeten und geistlichen Ressourcen, die im Zusammenhang mit der Pandemie erarbeitet wurden.

"Während der Woche werden wir uns versammeln, um Fürbitten zu halten, besonders für die Schwächsten und für diejenigen, die an vorderster Front stehen, oft unter schwierigen Umständen, aber auch, um uns zu aktiver Barmherzigkeit über alle Grenzen hinweg zu verpflichten, im Gehorsam gegenüber Dem, der Mitleid mit allen Menschen hatte und ihnen zu Hilfe kam, um sie zu heilen", sagt Pater Ioan Sauca, ad interim-Generalsekretàr des ÖRK. Diese Gebetswoche wird eine Gelegenheit sein, die gemeinsame Verbundenheit der Kirchen mit Christus zum Ausdruck zu bringen.

Reflexionen, Geschichten und Videos der ÖRK-Mitgliedskirchen sowie regionaler und globaler Partner werden auf der ÖRK-Website in Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch zur Verfügung gestellt; eine besondere Rolle werden auch junge Menschen spielen, die ihre Reflexionen über den ÖRK-Blog teilen.

Was ein Jahr beispiellosen weltweiten Leids war, war auch ein Jahr, in dem die Kirchen auf immer neue Weise zusammengearbeitet haben, um sich anzupassen, zu reagieren und den Gemeinschaften durch seelische, körperliche, wirtschaftliche, spirituelle und ökologische Krisen zu begleiten.

Materialien zum Thema "Covid-19" auf der ÖRK-Webseite


Eine Schweigeminute anlässlich eines traurigen Jahrestages

Vor einem Jahr, am 5. März 2020, verzeichnete die Schweiz ihren ersten Covid-19-Todesfall. Seitdem sind in der Schweiz fast 10’000 Menschen an dem Virus gestorben, oft in Einsamkeit, im Lärm der Maschinen auf einer Intensivstation, ohne sich von einer Lebensgefährtin, einem Lebensgefährten oder ihren Kindern verabschieden zu können. Hinzu kommt, dass die Massnahmen zur Bekämpfung der Pandemie es den Familien oft nicht erlaubten, sich von ihrem geliebten Menschen so zu verabschieden, wie sie es in «normalen Zeiten» getan hätten, was es für die Zurückgebliebenen schwieriger macht, zu trauern.

Am 1. März teilte Guy Parmelin, Bundespräsident, in einem Tweet seine Absicht mit, den Opfern von Covid-19 und ihren Angehörigen zu gedenken. Innerhalb weniger Tage setzte sich seine Idee durch: Am Freitag, dem 5. März, ist die Schweizer Bevölkerung eingeladen, um 11.59 Uhr eine Schweigeminute einzulegen, zum Gedenken an die Verstorbenen, aber auch als Zeichen der «Dankbarkeit an alle, die für die Bewältigung der Krise persönliche Opfer erbracht haben». Die drei Landeskirchen werden anschliessend um 12 Uhr zum gemeinsamen Gedenken ihre Kirchenglocken läuten lassen.

«Die Schweigeminute soll nicht nur ein Moment der Trauer sein. Das Gedenken soll auch ein Zeichen setzen, um aus der bekundeten Solidarität, der Freundschaft und dem Trost Kraft zu schöpfen und nach vorne zu schauen. Denn nur so werden wir die gegenwärtige Krise meistern», so die Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung, dessen Vorsteher BR Parmelin ist.

Ausführlichere Gedanken auf dem Blog von BR Guy Parmelin (auf Franz.)

In der Schweiz zählen die staatsrechtlich verfassten, beziehungsweise anerkannten Körperschaften der Evangelisch-reformierten Kirche, der Römisch-katholischen Kirche und der Christkatholischen Kirche zu den Landeskirchen.