Nach dem herausfordernden Jahr 2020 wollen die Landeskirchen der Schweiz in der Adventszeit gemeinsam Trost und Hoffnung verbreiten. Mit einem einzigartigen stimmungsvollen Video richten sie sich zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz und dem neue Nationalratspräsident Andreas Aebi an die Bevölkerung.

Es ist ein Novum: Erstmals treten die Schweizer Bischofskonferenz, die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz, die Christkatholische Kirche der Schweiz, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz und die Politik mit einer gemeinsamen Adventsbotschaft auf. Sie möchten damit der Bevölkerung danken und die Hoffnung auf ein Ende der Krise teilen.

Der neu gewählte Nationalratspräsident, der Berner Andreas Aebi gedenkt in seinem Grusswort der Verstorbenen der Corona-Pandemie und spricht ihren Angehörigen die herzliche Anteilnahme aller aus. Er dankt der Bevölkerung für ihren grossen Einsatz in der Krise, die alle Lebensbereiche ergriffen hat. Trotz Distanz und Isolation spürt er auch positive Effekte in der Pandemie: «Wir fühlen uns bewusster verbunden. Wir leben Solidarität. Solidarität zwischen Alt und Jung, zwischen Stadt und Land, zwischen den verschiedensten Berufsständen und Regionen. Sie bildet die Grundlage unseres fantastischen Landes und ist wichtiger denn je.»

Obgleich die Pandemie die Feiertage stark beeinflusst, es wird Weihnachten: «Das Coronavirus kann uns Weihnachten nicht wegnehmen. Ebenso wenig wie die menschliche Wärme und den Glanz. Wir wollen Weihnachten feiern, das ist für uns wichtiger denn je, denn es gilt nun: Trotzdem Weihnachten, trotzdem Licht», so Bischof Felix Gmür. Präsident der Bischofskonferenz in seiner Botschaft.

In der Adventsandacht verbreiten Musik und Kerzenlicht eine vorweihnachtliche Stimmung. Auch wenn in diesem Jahr Gottesdienste und Familienfeste nur in einem kleinen Rahmen stattfinden werden, soll die Weihnachtsbotschaft in die Welt hinausgetragen werden. So erinnert Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche an die Solidarität: «Niemand soll alleine bleiben! Alle, die es wollen, sollen die Botschaft hören: Gott wird Mensch. Gott ist uns nahe. Wir teilen diese Nähe zusammen.»

Stellvertretend für die Bevölkerung in der Schweiz schildert Physiotherapeut und Nothelfer Stephan Guggisberg in der Adventsandacht, wie er die letzten Monate zwischen Lockdown, Ängsten und Hilfsbereitschaft erlebt hat. Trotz allem freut er sich auf Weihnachten: «Diese aufgezwungene Isolation hat uns näher zusammengebracht als je zuvor. Es wird uns klar, was Weihnachten wirklich bedeutet.»

Harald Rein, Bischof der Christkatholischen Kirche, legt anschliessend einen Auszug der Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2,7 aus. Einen Platz an den Feiertagen finden? 2020 ist dies schwieriger. Auch wenn wir nicht wie gewohnt feiern können, so ermutigen die Kirchen kreative Wege zu nutzen. «Die virtuelle Welt öffnet uns ein Fenster zu jenen, von denen wir physisch getrennt sind. Wir wollen diese zwar künstlichen, aber doch ganz realen Fenster nutzen, um Nähe und Verbundenheit zu stiften. Dieses Jahr strahlt das Licht des Weihnachtssterns vielleicht auch am hellen Bildschirm unseres Handys oder Computers, wenn wir uns mit anderen verbinden. Wir wünschen uns, dass dieses Weihnachten uns den Frieden, die Heiterkeit und das Vertrauen zurückbringt, die uns das Coronavirus seit bald einem Jahr verwehrt.»

Milan Kostrešević, orthodoxer Theologe und neuer Präsident der AGCK Schweiz, lädt im Video abschliessend zu Stille und Gebet im Gedenken an die Verstorbenen ein.

Link zum Video

Foto: Nadja Rauscher, EKS
v.l.n.r.: Felix Gmür, Andreas Aeby, Harald Rein, Rita Famos, Milan Kostrešević und Stephan Guggisberg