Schöpfungszeit 2026: Zusammen für das gemeinsame Haus
Vom 1. September bis zum 4. Oktober feiern Christinnen und Christen weltweit die Schöpfungszeit. Ihren Ursprung hat sie 1989 in einem Aufruf des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, das den 1. September zum orthodoxen Gebetstag für die Schöpfung erklärte. Seither haben der Ökumenische Rat der Kirchen, die römisch-katholische Kirche, die anglikanische, lutherische und zahlreiche weitere Kirchenfamilien die Schöpfungszeit in ihren liturgischen Kalender aufgenommen. Der 4. Oktober, Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi, bildet den Abschluss. Dazwischen liegt eine Zeit, die Erntedank und den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag einschliesst.
Eine Zeit, kein Sonderthema einer Konfession
Genau darin liegt die Kraft der Schöpfungszeit: Sie ist kein Programm einer einzelnen Kirche, sondern ein geteiltes Anliegen. Der Ökumenische Rat der Kirchen hat dazu die Ökumenische Dekade für Klimagerechtigkeit (2025–2034) lanciert. Bereits die Charta Oecumenica hielt 2001 fest, einen ökumenischen Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung einzuführen; ihre Fortschreibung von 2025 ermutigt die Kirchen ausdrücklich, „die Schöpfung […] insbesondere aber am Tag der Schöpfung (1. September) und während der damit verbundenen Schöpfungszeit liturgisch gemeinsam in Ehren zu halten“ (§ 12). Getragen wird diese Bewegung unter anderem vom Ökumenischen Rat der Kirchen, der Anglikanischen Gemeinschaft, dem Reformierten Weltbund, dem Lutherischen Weltbund, dem Weltrat der Methodisten und dem Middle East Council of Churches. Auch die Schweizer Bischofskonferenz ruft in ihrem diesjährigen Aufruf dazu auf, „im Engagement für die Bewahrung der Schöpfung nicht nachzulassen“ – mit dem Hinweis, dass ein kirchlicher Schöpfungstag „auch ökumenisch gestaltet werden“ kann.
Schweiz: gelebte Ökumene
In der Schweiz koordiniert oeku Kirchen für die Umwelt – selbst eine ökumenische Trägerschaft – die Schöpfungszeit seit vielen Jahren. Das diesjährige Thema „Wertvoll leben – der Mehrwert der Dinge“ lädt dazu ein, Konsum, Wert und Sorge für die Schöpfung neu zu bedenken. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) in der Schweiz ruft ihre Gemeinden seit Langem zur Beteiligung an dieser ökumenischen Aktion auf und verweist dabei auch auf die anglikanisch-methodistische Initiative „Feast of Creation“. Das Liturgische Institut der deutschsprachigen Schweiz stellt zudem liturgische Texte und Materialien zur Verfügung, die konfessionsübergreifend genutzt werden können.
Die AGCK Schweiz lädt ihre Mitgliedkirchen ein, die Schöpfungszeit als das zu begehen, was sie ist: ein Zeichen dafür, dass die Sorge um das gemeinsame Haus die Kirchen mehr verbindet, als es die Geschichte ihrer Trennungen manchmal vermuten lässt.
Weiterführende Links
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- oeku Kirchen für die Umwelt – Schöpfungszeit
- Schöpfungszeit 2026 – EKS
- Liturgisches Institut – Materialien zur Schöpfungszeit
- Aufruf der Schweizer Bischofskonkerenz zur Bewahrung der Schöpfung
- Ökumenischer Rat der Kirchen – Ecumenical Decade of Climate Justice Action
- EMK Schweiz – SchöpfungsZeit: Wertvoll leben
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