Verabschiedung Christoph Knoch

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Christoph Knoch überreicht Renate Dienst Salz, Brot und Licht | © Noëmi Knoch

Wechsel im Präsidium der AKB

Im Ökumenischen Gottesdienst am 12. November 2025 in der Krypta der Kirche St. Peter und Paul Bern übergab Christoph Knoch Salz, Brot und Licht an Pfarrerin Renate Dienst

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Bildersammlung Ökumene in Bern und anderswo (2019)

Aus der Einladung:

Liebe Kolleg:innen, liebe Freund:innen der Ökumene,

Für mich wird es Zeit das Berner ökumenische Netzwerk in andere Hände zu legen. Ich danke der christkatholischen Kirchgemeinde und ihrem Pfarrteam, dass wir diesen Abschied und Übergang in einem ökumenischen Gottesdienst in der Krypta der Kirche St. Peter und Paul feiern dürfen.
Im Anschluss treffen wir uns im Gemeindesaal an der Kramgasse 10 zum Znacht.
Wer weiss, dabei gibt es vielleicht auch viel zu erzählen?

Die ökumenischen Ostervespern seit 2011 bleiben die Höhepunkte in meiner Präsidiumszeit. Die Überarbeitung der Statuten und der Versuch, die AKB enger an die Kirche im Haus der Religionen zu binden, bleiben für mich ebenfalls unvergesslich. Gleichzeitig bin ich froh, dass der Verein Kirche im Haus der Religionen seit der Eröffnung am Europaplatz diese Aufgabe übernommen hat.

Christoph Knoch

 

Aus der Predigt von Christoph Knoch:

liebe Gemeinde, liebe Kolleg:innen, liebe Begleiter:innen auf dem Weg,
ich habe für diesen Übergang Sätze aus dem 1. Petrusbrief (3, 15+16) und den berühmten Schluss des Matthäusevangeliums (Matthäus 28, 16-20) gewählt.

Rechenschaft geben, von dem, was mich bewegt.
Davon erzählen, was mir wichtig ist.
Daran denken, was mich trägt, was mich motiviert.
Davon reden, was mich immer wieder weitermachen liess.

Unser Kirchenladen ist kein einfacher Krämerladen.
Es gibt da nicht einfach Süsses und oder Saures.
Jeder Tag bringt neue Überraschungen.

«Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Weltzeit.»
Matthäi am Letzten.

Und genau das gilt Tag für Tag. Von Weltzeit zu Weltzeit.
Ins Universum und in die Ewigkeit.

Für mich gilt, dass ich mich als Teil der von Gott geschaffenen «Olam», des Universums verstehe. Immer und immer möchte ich im Dialog, im Gespräch neu lernen, was ich, was ich, was wir zum «tikun Olam» beitragen können. Und «Tikun Olam» bedeutet «die Welt reparieren, verbessern» im Grossen wie im Kleinen.

Und das kann ich nicht allein – im Repaircafé arbeiten wir Hand in Hand daran, die defekten Geräte, die uns gebracht werden, wieder fit zu machen. Oft gelingt es. Manchmal nicht.

Lernen, diskutieren, ausprobieren – manchmal gelingts, manchmal nicht,
das gilt auch in der Ökumene.
Wir haben in der AKB intensiv diskutiert,
ob wir in der Kirche im Haus der Religionen Verantwortung übernehmen können. Als wir uns intern einig waren, kam das «NEIN» der uns delegierenden Kirchen. Wir waren traurig damals. …

Um ökumenisch wirksam werden zu können, brauchen wir eine «strukturierte Ökumene», wie ich es 2022 in einem Papier für die agck.ch notiert habe. Um das Gespräch weiterführen zu können, braucht es Ressourcen. Menschen, die von ihren Kirchen Zeit bekommen, um das Gespräch, das Lernen, das Feiern weitertragen zu können. …

Und in dieser Ökumene fehlt etwas ganz Wichtiges:

«Das Wesen des Christentums … ist miteinander Essen.»
So Franz Mussner. Und immer noch dürfen wir das nur beim Apéro und nicht am Tisch in der Kirche. Das bedauere ich und hoffe, dass wir uns alle auf den Weg nach Emmaus machen und dort als Reformierte, Katholiken und Orthodoxe von jenem Unbekannten das Brot brechen lassen, das uns die Augen öffnet.

«Als Lernende sind wir in die Welt gesandt. Als Hörende. Als Empfangende. So werden wir, was wir sein sollen: Salz der Erde und Licht der Welt.» sagte Gabriele Wulz, die Ulmer Prälatin in einer Predigt zu Matthäi am Letzten.

Liebe Renate, Du wirst die AKB in den nächsten Jahren präsidieren.
So gebe ich Dir nun Brot, Salz und Licht weiter.
Dass die AKB auch in Zukunft diskutieren, lernen und feiern werde.

 

Aus der Würdigung von Christoph Knoch durch Heinz Bichsel
Delegierter der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn in der AKB und ab 1. Januar 2026 Vizepräsident:

Lieber Christoph

Wir wollen ja nicht übertreiben und eine Parallele zwischen den Abschiedsreden Jesu und deinem Abschied vom Präsidium der Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern, AKB, beschwören.

Aber für mich und für uns verkörperst du diese visionäre Ermunterung in den Abschiedsreden: «auf dass sie alle eins seien».

Und dies seit deinem Beginn in der AKB vor 21 Jahren, als die sogenannten Schlüsselfragen, die grosszügige Gastfreundschaft unter den Mitgliedern der AKB, in der Ökumene und interreligiös, auf dem Tisch lagen; ein Thema, das uns bis heute und noch weiter, voraussichtlich ewig, beschäftigen wird.

Auch die Entwicklung der gemeinsamen Osterfeier atmet diesen deinen Geist des Verständnisses, dass alle Hürden zur Einheit in Verschiedenheit vorläufig sind – eigentlich ein Ärger sind – und überwunden werden müssen.

Ganz besonders und besonders schwierig kommt das zum Ausdruck beim Wunsch nach einer gemeinsamen Mahlfeier, das Zentrum christlichen liturgischen Lebens; da hast du ja einige Erfahrung…

Bei allen diesen – manchmal schwierigen – Fragen hast du grossen Wert auf einen sorgfältigen und respektvollen Umgang mit Differenz gelegt, ohne den Horizont; «auf dass sie alle eins seien» aus den Augen zu verlieren.

Dafür sind dir alle am gemeinsamen Tisch der AKB sehr dankbar.

Nur dank diesem respektvollen Umgang war es möglich, als AKB gezielt im Austausch mit der Orthodoxie zu stehen und nur so war es möglich, die neuapostolische Kirche in den Kreis der AKB aufzunehmen. Dass du eine wandelnde ökumenische Enzyklopädie bist, ist in diesem Zusammenhang natürlich auch sehr hilfreich.

Aber ich kann deine ökumenische Ausstrahlung nicht auf die AKB beschränken.

Für die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn waren und sind deine ökumenischen und interreligiösen Impulse vital. Du hast im Rahmen der Fachkommission Ökumene und bei vielen ökumenischen Anlässen die Reformierte Kirche in die lokale, schweizerische und weltweite Ökumene involviert und das Bewusstsein für die Vielstimmigkeit der Ökumene geschärft. Herzlichen Dank auch im Namen der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn für deine weltweite und lokale ökumenische und interreligiöse Vernetzungsarbeit.

Und an dieser Stelle auch ein grosser Dank für deine ökumenische Kommunikationsarbeit; unvergesslich z.B. rund um die Vollversammlungen des Ökumenischen Rates der Kirchen, ÖRK, in Busan und in Karlsruhe, die du als Kommunikationspfarrer den Menschen in der Schweiz in Bild und Text nahegebracht hast.

…überhaupt die Bilder; als Reformierter bin ich da ja immer auch ein wenig skeptisch, aber deine Bilder haben mich und uns am weltweiten und lokalen ökumenischen und interreligiösen Leben auf farbig-bewegte Weise teilhaben lassen.

Dort, wo dein Engagement nicht von Erfolg gekrönt war, da warst du meist mit deinem Horizont einfach der Zeit voraus. Aber du hast dich nicht beirren lassen; dafür waren wir dir dankbar und hoffen, dass wir weiterhin als AKB an deinem weiten Horizont teilhaben dürfen:

«Auf dass wir alle eins seien».

 

Christoph Knoch, Renate Dienst, Jürg Bräker | © Noëmi Knoch
Fürbitten Anne Durrer, Judith Pörksen, Jürg Bräker | © Noëmi Knoch
Gabriel-Ikone - Abschiedsgeschenk an Christoph Knoch
Ikonen-Übergabe, Jürg Bräker, CK, und Heinz Bichsel | © Noëmi Knoch