Europäisches Treffen der nationalen Generalsekretäre der ENCC
Vom 21. bis 23. September 2026 trafen sich die Generalsekretärinnen und Generalsekretäre der nationalen Kirchenräte Europas (European National Councils of Churches, ENCC) zu ihrem jährlichen Treffen in Bern, im Christkatholischen Kirchgemeindehaus an der Kramgasse. Im Zentrum stand die 2025 revidierte Charta Oecumenica und ihre Umsetzung in den einzelnen Ländern.
Vertreten waren Deutschland, Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Tschechische Republik und Ungarn sowie eine Delegation der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Eingeladen hatte die AGCK Schweiz. Es war ein besonderes Anliegen der abtretenden Generalsekretärin Anne Durrer, die Kolleginnen und Kollegen aus Europa vor ihrem Ruhestand nach Bern zu holen, nachdem sie selbst an fruchtbaren Treffen in den letzten Jahren teilgenommen hatte. Neben der Charta tauschten sich die Teilnehmenden über aktuelle Herausforderungen aus: den andauernden Krieg in der Ukraine, das Verhältnis zum russisch-orthodoxen Patriarchat und die politische Polarisierung in vielen Ländern Europas.
Am Dienstag, 22. September, stiessen ökumenische Beauftragte aus der ganzen Schweiz zu einem Thementag rund um die revidierte Charta dazu. Nach einer Einführung durch Lea Schlenker, evangelische Theologin und Co-Leiterin der Arbeitsgruppe von KEK und CCEE zur Revision der Charta, und Florian Schubert, Präsident der AGCK Schweiz, ordneten drei Theologinnen und Theologen die revidierte Fassung ein.
Prof. Christophe Chalamet (reformiert, Universität Genf) fragte nach den theologischen Grundlagen der Charta. Gerade aus reformierter Sicht sei es wichtig, dass sich keine Kirche absolut setze. Das gemeinsame Bekenntnis zu Jesus Christus müsse auch die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen leiten.
Prof. Barbara Hallensleben (römisch-katholisch, Universität Freiburg/Schweiz) stellte den Gedanken «What divides us unites us» ins Zentrum. Der gemeinsame Glaube sei so stark, dass er die Differenzen zwar begründe, zugleich aber über sie hinausreiche. Das Fundament, Jesus Christus, sei stärker als das Trennende.
Prof. Stefanos Athanasiou (orthodox, LMU München) hielt fest, es fehle nicht an ökumenischen Dokumenten, sondern an deren Umsetzung. Er erschloss die revidierte Charta von biblischen und patristischen Begriffen her: Metanoia (Umkehr), Philoxenia (Liebe zum Fremden) und Theosis (Vergöttlichung).
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden die Charta in Arbeitsgruppen. Deren Leitung lag bewusst bei jungen Erwachsenen, die in ihren Kirchen engagiert sind, denn die revidierte Charta widmet der Beteiligung junger Menschen ein eigenes Kapitel. Immer wieder kam dabei die Frage auf, wie die Charta auf lokaler Ebene umgesetzt werden kann.
Der Anlass wurde finanziell und logistisch von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), der Christkatholischen Kirche der Schweiz, der Reformierten Kirche Kanton Zug und Kanton St. Gallen, vom Bistum St. Gallen und der AGCK des Kanton Zürich unterstützt. Die AGCK Schweiz dankt allen Beteiligten herzlich für ihre Unterstützung.


