Sonntagsarbeit gefährdet das physische, psychische und soziale Wohlbefinden

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Symbolbild | pixabay, edmondlafoto

Ein breites Bündnis warnt vor gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen der Ausdehnung von Sonntagsarbeit: Eine neue Studie im Auftrag der SonntagsAllianz, von der die AGCK Schweiz Mitglied ist, zeigt, dass die absolute Zahl der Arbeitnehmenden, die sonntags arbeiten zunimmt. Frauen, Migrantinnen und Migranten und prekär Beschäftigte sind überdurchschnittlich betroffen. Sonntagsarbeit kann ausserdem die Gesundheit und das Sozialleben erheblich beeinträchtigen – besonders bei strikt vorgegebenen Arbeitszeiten und geringen Gestaltungsspielräumen.

In der Schweiz gilt grundsätzlich ein Verbot der Sonntagsarbeit – doch bereits heute existieren zahlreiche Ausnahmen. Neue politische Vorstösse drohen, dieses Verbot weiter aufzuweichen. Besonders im Detailhandel gerät der arbeitsfreie Sonntag zunehmend unter Druck.

Ein Appell an Politik und Gesellschaft
Für die SonntagsAllianz ist klar: Es braucht eine wöchentliche Auszeit von den stetig wachsenden Anforderungen des Arbeitslebens und der Sonntag ist auch ein Mehrwert für die Gesundheit, um sich zu erholen und Kraft für die kommende Woche zu tanken. Der Sonntag ist in unserer Gesellschaft grundsätzlich als gesetzlich geschützter arbeitsfreier Tag verankert. Gerade in unserer pluralen Gesellschaft ist der Sonntag ein einigender, gemeinsamer Tag der Ruhe und des Zusammenkommens: sei es aus religiösen, kulturellen oder ganz praktischen Gründen. Der «freie Sonntag» ist ein Eckpfeiler des familiären, sozialen, sportlichen, spirituellen und kulturellen Lebens. Die Erwerbsarbeit soll deshalb an diesem Tag auf berufliche Tätigkeiten beschränkt bleiben, die für die Gesellschaft unerlässlich sind. Die SonntagsAllianz ruft Politik und Gesellschaft dazu auf, den Sonntag nicht kurzfristigen Wirtschaftsinteressen zu opfern. Der arbeitsfreie Sonntag ist ein gemeinschaftliches Gut – und verdient unseren Schutz.

Die SonntagsAllianz stützt sich auf eine neue Studie (Link unten)
Die SonntagsAllianzhat eine Studie beim Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern (IZFG) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden am 22. August 2025 den Medien präsentiert:

  • Fremdbestimmte Sonntagsarbeit kann Gesundheit, Arbeitszufriedenheit und das Sozialleben beeinträchtigen. Familiäre Beziehungen, gesellschaftliches Engagement und die Vereinbarkeit von Beruf und Care-Arbeit leiden besonders.
  • Die gesundheitlichen Folgen reichen von Schlafstörungen über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Depressionen.
  • Frauen, junge Erwachsene und ältere Arbeitnehmende sind überdurchschnittlich betroffen.
  • Der Wegfall von Erholungsphasen am Wochenende erhöht das Risiko für emotionale Erschöpfung.
  • Soziale Rituale wie Gottesdienste oder Familientreffen werden durch Sonntagsarbeit stark eingeschränkt.
  • Die Arbeitszufriedenheit sinkt, wenn Beschäftigte keine Kontrolle über ihre Arbeitszeit haben.
  • Sonntagsarbeit verstärkt soziale Ungleichheiten. Besonders betroffen sind jene Arbeitnehmenden, die ohnehin wenig Schutz und Mitbestimmung erfahren.

Studie
Webseite SonntagsAllianz