Wortgottesdienste in der Kathedrale von Lausanne

Seit 2004 organisiert die Gemeinschaft der christlichen Kirchen im Kanton Waadt (CECCV) jeden Monat einen Wortgottesdienst in der Kathedrale von Lausanne. Diese Entscheidung steht im Einklang mit dem Beschluss der Behörden der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Waadt, die Lausanner Kathedrale für andere Kirchen zu öffnen. Am 5. September 2010 erhielt die CECCV vom Präsidenten und von der Vizepräsidentin der AGCK Schweiz das Oecumenica Label für ihr Projekt "célébrations de la Parole". Das Projekt wird heute immer noch geführt.


Es gibt drei Arten von Feiern:

  • grosse ökumenischen Feiern, deren Liturgien das Ergebnis einer gemeinsamen Vorbereitung zwischen den verschiedenen Kirchen sind, einer subtilen Alchemie, die die verschiedenen Traditionen und Empfindlichkeiten beachtet. Sie finden anlässlich wichtiger Ereignisse statt;
  • Feiern, die von Gemeinschaften oder Bewegungen mit ökumenischer Berufung geleitet werden;
  • Feiern, die von einer der 20 Mitgliedskirchen der CECCV vorbereitet werden, zu denen Mitglieder anderer Kirchen eingeladen werden.

Zu Beginn jeder Feier wird daran erinnert, dass wir bereits kostbare Schätze miteinander teilen, insbesondere die Heilige Schrift und die Glaubensbekenntnisse der alten Kirche. Die Bedeutung des Wortes Gottes in jeder Tradition wird unterstrichen: Das Wort ist ein Ort der Gemeinschaft, wenn es mit Glauben und Respekt empfangen wird.

Es gibt keine Einheit ohne Vielfalt: Durch diese Feiern sind Teilnehmende aller Konfessionen aufgerufen, die Haltung und die Gewohnheit anzunehmen, die Art und Weise, wie die Anderen feiern, besser kennen zu lernen, sie in gemeinsamer Freundschaft zu kosten, sich gemeinsam zu freuen. Indem Migrationskirchen und -gemeinschaften eingeladen werden, wird auch ein Beitrag zu einer pluralistischen Inkulturation geleistet, zu der unser Land eingeladen ist. Es bietet sich die Möglichkeit, Ängste abzubauen, die zwischen denjenigen entstehen, die unterschiedlich sind und sich nicht kennen, da sie sich nie begegnen.

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Wir Brüder von Taizé wissen durch unsere mehrmalige Teilnahme, wie wertvoll diese Initiative, das Wort Gottes in der Kathedrale von Lausanne zu feiern, ist, um Christinnen und Christen zu unterstützen, gemeinsam auf dem Weg zur Einheit zu gehen. Uns in der Gegenwart Gottes im Hören auf sein Wort, in der Stille und im Lobpreis zusammenzufinden, ist bereits eine Vorwegnahme der Einheit. Schon durch ein einfaches Gebet vereint uns der Heilige Geist. Demütig lernen wir in einem solchen Gebet, zueinander zu gehören. Und dies ermöglicht zweifellos auch den theologischen Dialog voranzubringen.

Bruder Alois
Prior der Taizé-Gemeinschaft 


École de la Parole in der Westschweiz – Lectio Divina

Im Herbst 2010 hat das Präsidium der AGCK Schweiz der Schweizerischen Bibelgesellschaft in der Westschweiz das Label Oecumenica für ihr Projekt École de la Parole verliehen. Die Weitergabe des Glaubens steht im Kern des Projektes und der Anliegen der Kirchen. Die Lectio Divina ist ein von allen Mitgliedkirchen der AGCK Schweiz anerkannter Ansatz, eine Methode der betenden Meditation über Bibeltexten. Dieser Ansatz nährt den christlichen Glauben. Bei der "École" wird sie gemeinschaftlich geübt.

 

Die „École de la Parole“ (Schule des Wortes) geht auf eine Erfahrung in den 1980er Jahren in der römisch-katholischen Diözese Mailand (Italien) zurück. Damals baten die Jugendlichen Kardinal Carlo Maria Martini, ihnen beizubringen, nach der Bibel zu beten. Auf diese Weise erhielt die traditionnelle Lectio Divina in der Scuola della Parola, deren Erfahrungen 1989 auf der Weltversammlung der Vereinigten Bibelgesellschaften in Budapest präsentiert wurden, einen neuen Wert.

1990 importierten die damaligen Verantwortlichen der kirchlichen Jugendarbeit im Kanton Waadt diese Bewegung in die Schweiz, mit der Unterstützung des damaligen Generalsekretärs der Schweizerischen Bibelgesellschaft, Pfarrer Martin Hoegger. Die erste Feier fand im Januar 1994 in einer überfüllten Kathedrale in Lausanne statt. Die anfängliche Begeisterung ist heute einer bescheideneren Realität gewichen, und gleichzeitig ist das Durchschnittsalter der Teilnehmenden gestiegen.

Gemäss ihrer Leitlinien zielt „École de la Parole“ darauf ab, Menschen dazu anzuregen, auf das Wort Gottes zu hören. Sie lädt uns ein, uns aktiv, persönlich und in der Gemeinschaft mit dem Text der Bibel auseinanderzusetzen, ihn zu verinnerlichen und zu ihm zu beten, nach der jahrtausendealten Tradition der Lectio Divina. Sie möchte die Beziehung zu Gott fördern, der sich in seinem Wort offenbart. Derzeit treffen sich ein Dutzend Gruppen in der französischsprachigen Schweiz.

Die Schweizerische Bibelgesellschaft vereint rund fünfzig Kirchen und Missionen in der Schweiz; sie koordiniert die Aktion und stellt ihre Infrastruktur der „École de la Parole“ in der Westschweiz zur Verfügung. Jedes Jahr veröffentlicht sie ein Büchlein, das sieben Treffen zu einem Jahresthema vorschlägt, die auf sieben biblischen Texten basiert. Das Heft enthält auch Gebete, Psalmen und Lieder.


Schweigen & Beten in Davos

Davos: Die Aktion der Kirchen während dem WEF erhält das Oecumenica Label der AGCK Schweiz.

Seit 1999 wird jedes Jahr während dem Weltwirtschaftsforum (WEF) eine tägliche ökumenische Gebetswache von 18 bis 21 Uhr in der Kirche St. Johann in Davos organisiert. Die Teilnehmenden beten für die Opfer des Neoliberalismus und für die Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik, Wirtschaft und Kirchen.

Die AKiD organisiert zum Auftakt des WEF eine Feier für Gerechtigkeit und Frieden und arbeitet dabei mit zahlreichen Institutionen und Einzelpersonen zusammen. Damit erlangen diese Gebetswachen im Januar eine lokale und nationale Ausstrahlung, ganz im Sinne des Theologen Albert Schweitzer (1875–1965):

«Beten verändert Menschen, und Menschen ändern die Welt»

Das Projekt bietet einen Raum der Einkehr als Kontrast zur Hektik, die das jährliche Treffen der führenden Wirtschaftskapitäne und Spitzenpolitiker im Rahmen des WEF begleitet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten die Gelegenheit, über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen und Handlungen nachzudenken.

Übergabe des Labels an die AKiD in Davos

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Ökumenische Kampagne – Gemeinsam für eine gerechte Welt

Die ökumenische Kampagne wird jedes Jahr vor Ostern durchgeführt. Sie wurde am 17. Februar 2009 vom Präsidium der AGCK.CH mit dem Oecumenica Label ausgezeichnet. Die Werke Brot für alle und Fastenopfer arbeiten seit 50 Jahren zusammen; Partner sein stoss 1993 dazu.

Die Ökumenische Kampagne ist ein Musterbeispiel für eine Ökumene, die nachhaltige Resultate hervorbringt. Sie ist als Beispiel glaubwürdiger Ökumene im Leben der meisten Kirchgemeinden und Pfarreien fest verankert. Zudem erfüllen die drei Werke damit einen Auftrag ihrer Kirchen.

Wie gehen wir mit der Welt um, die Gott uns übergeben hat? Die Kampagne will möglichst vielen Menschen die globalen entwicklungspolitischen Herausforderungen nahe bringen und sie zu solidarischem Handeln bewegen. Jedes Jahr werden weit über 250’000 Stunden Freiwilligenarbeit für die Anliegen der Werke geleistet.

Die Kampagne setzt seit 50 Jahren die Grundlage für tätige Solidarität von Christinnen und Christen gelegt. Die Werke unterstützen Partnerinnen und Partner in Projekten vor Ort. In einzelnen lokalen oder regionalen Aktionen gibt es heute schon eine Zusammenarbeit mit andern Religionen. Bei den Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika wird dem Respekt vor den anderen Konfessionen und Religionen grosses Gewicht beigemessen.

Trotz der umfassenden ökumenischen Zusammenarbeit legen die drei Werke aber Wert darauf, dass im Gebet, in der Meditation und in der Liturgie die unterschiedlichen Traditionen nicht verwischt werden.

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Ökumenische Gefängnisseelsorge Genf

Der Freiheit entzogen – aber immer frei, Gehör zu finden!

 

Am 1. April 2017 wurde das Oecumenica Label vom Präsidium der AGCK.CH der Steuerungsgruppe der Gefängnisseelsorge in Genf verliehen. Die Steuerungsgruppe ist von den römisch-katholischen, christkatholischen und reformierten Kirchen in Genf anerkannt.

Die Gefängnisseelsorge ist Teil des kirchlichen Grundauftrags und besteht schon seit mehreren Jahren im Kanton Genf. Neu ist der ökumenische Ansatz: 2010 haben die drei „historischen“ Kirchen einer ökumenischen Steuerungsgruppe den Auftrag erteilt, gemeinsam die Seelsorge in den Gefängnissen sicherzustellen.

Heute kommen die Seelsorgerinnen und Seelsorger von den drei historischen Kirchen, aber auch von der Heilsarmee, der rumänisch-orthodoxen Kirche und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die ökumenische Gefängnisseelsorge hat sich eine Charta gegeben. Gegenüber den Häftlingen lässt sie sich vom Motto leiten „der Freiheit entzogen – aber immer frei, Gehör zu finden“! Im Hauptgefängnis Champ-Dollon wird täglich ein Freiraum zum Gespräch, zum Gebet, zur humanitären und spirituellen Begleitung angeboten. Jeden Sonntag wird eine Messe oder ein Gottesdienst abwechslungsweise gefeiert. Am Weihnachten oder Ostern gibt es eine ökumenische Feier.

Die Seelsorgenden haben sich zum Ziel gesetzt:

  • Ein menschliches „zur Seite sein“ für die Häftlinge aller Glaubensrichtungen;
  • Wenn gewünscht, durch begleitendes Gebet den Hoffnungskeim nicht ersticken lassen;
  • Die persönliche und/oder gemeinschaftliche spirituelle Dimension der Menschen fördern, in einem harten Umfeld;
  • Synergie und loyale Zusammenarbeit mit den Gremien des Gefängnisses pflegen;
  • Brücke sein zu den Kirchgemeinden/Pfarreien und zu externen Institutionen;
  • die Zusammenarbeit suchen mit Seelsorgenden anderer Religionen, über die interreligiöse Plattform von Genf.


Begegnungen in der Fastenzeit – Frühling der Ökumene

Die Ökumenischen Fastenzeit-Begegnungen von Arve et Lac (Genf) haben das Oecumenica Label der AGCK.CH  am 1. April 2017 erhalten. Von Anfang an waren sie echte Knospen der Ökumene und sind es heute umso mehr, als die säkularisierte Gesellschaft ethische und geistliche Bezugspunkte braucht, die nur gemeinsam gesetzt werden können.

Diese Treffen werden von Mitgliedern römisch-katholischer und protestantischer Gemeinden sowie von der französisch-schweizerischen Region zwischen Arve und Genfersee und der Evangelischen Kirche von Cologny organisiert. Seit 1976, jedes Jahr während der Fastenzeit, bietet das Veranstaltungsteam drei bis vier Konferenzen zu verschiedensten Themen der Erwachsenenbildung und Evangelisierung an. Hier sind einige Beispiele unter vielen anderen:

  • in 2011, Die Gewalt der Menschen, die Gewalt von Gott mit den Professoren Philippe Lefèbvre (Dominikaner), Thierry Collaud (Arzt und Bioethiker) und Noëlla Rouget, Mitglied der „Résistance“ in Frankreich;
  • in 2012, Christentum und Laizität, mit dem reformierten Pfarrer Antoine Nouïs aus Frankreich und dem Jesuit Albert Longchamp sowie Musikern und  Märchenerzählerinnen;;
  • in 2013, Der Sonntag, unsere Zeit mit Jean-Bernard Livio, Jesuit, François Garaï, Rabbiner und François Dermange, Professor für Ethik sowie Musikern und Schauspielern;
  • in 2016, Zwischen Gastfreundschaft und Feindseligkeit, mit Shafique Keshavshee, reformiertem Pfarrer und Schriftsteller;
  • 2018 die Tanzshow Dem Leben einen Sinn geben, eine Originalkreation von Sabrina Taoutaou und eine vom Organisationskomitee vorbereitete Meditation über das Vaterunser.

Schon 40 Jahre, und das Projekt ist immer noch – und immer mehr – gesucht und besucht. Jede Veranstaltung wird von ca. 200 Personen besucht, die Zahl der Interessierten steigt jedes Jahr. Undenkbar, wenn es nicht ökumenisch wäre! Unsere Gesellschaft braucht ein gemeinsames Auftreten, ökumenische Meilensteine auf dem täglichen Weg, weisend für die Zukunft.

In der Fastenzeit 2019 finden die Ökumenischen Begegnungen Arve-et-Lac unter dem Titel Lire la Bible statt („die Bibel lesen“). Die baptistische Theologin Valérie Duval-Poujol, die in Paris und Montpellier unterrichtet, wird unter anderen einen Vortrag halten: Comment lire la Bible aujourd’hui, so der Titel.

Programm 2019 zum Herunterladen (auf Französisch)

 

Ein Video erzählt die 40-jährige Geschichte der Ökumenischen Begegnungen Arve-et-Lac.  Sie wurden vom römisch-katholischen Pfarrer von Meinier Lucien Brandt, vom reformierten Pfarrer von Anières-Vésenaz Henri Nerfin mit dem Ehepaar Madeleine und Jean-François Raimondi ins Leben gerufen. Seit 2013, beteiligen sich Gemeindemitglieder aus dem nahen Frankreich in der Vorbereitungsgruppe. Dieser Sprung „ins Ausland“ zeigt, dass die Ursprungsvision immer aktuell ist und ein breites Interesse wecken kann. Im städtischen Milieu um Genf sprechen religiöse Bildungsangebote über die Grenzen der Kirchgemeinde, beziehungsweise des Landes an.

Das Video anchauen (auf Französisch)


Bibel in franz. Gebärdensprache – Den Bibeltext sichtbar machen

Am 1. April 2017 in Genf hat die Westschweizer Gehörlosenseelsorgerorganisation GOEDARDS vom Präsidium der AGCK.CH das Oecumenica Label erhalten für ihre Übertragung von wichtigen Bibeltexten in die französische Gebärdensprache. Seit Ende 2015 stehen die übersetzten Passagen als Videos im Internet zur Verfügung.

Menschen, die Hörschwierigkeiten haben, stehen oft am Rand der Gesellschaft und der Kirche. Sie können einer Bibel-Lesung gar nicht folgen.

Zu Beginn stand 2007 die Übertragung des Lukas-Evangeliums einer internationalen frankophonen Gruppe in die französische Gebärdensprache. Seither setzen die Seelsorger*innen in der Westschweiz die Arbeit fort. Sie stützen sich dabei auf die Vorgaben der Schweizerischen Bibelgesellschaft und die Übersetzungskriterien des Weltbundes der Bibelgesellschaften.

In unserer Gesellschaft tritt die visuelle Information vermehrt an die Stelle der Lektüre. Die Filme mit den Texten in französischer Gebärdensprache sind eine Hilfe für alle, die nicht unbedingt lesen möchten und können im Gottesdienst und für die religiöse Bildung eingesetzt werden.

« Die frohe Botschaft des Evangeliums muss in allen möglichen Formen verkündigt werden, die den Menschen erlauben, sie aufzunehmen, zu verstehen und umzusetzen. Wir können uns über die Gebärdensprache nur freuen und dafür sehr dankbar sein. Die Benutzung der Gebärdensprache ist ein unentbehrlicher pastoraler Auftrag, der einem wichtigen Bedürfnis entspricht »

Präsidium der AGCK.CH

Die bereits übersetzten sind als Vides auf der Webseite der Bibel in französischer Gebärdensprache sichtbar:

  • Lukasevangelium
  • Buch Jonas
  • Genesis (Kapitel 1-11)
  • Einzelne Kapitel des Matthäusevangeliums
  • Lexikon : Gewisse Ausdrücke müssen eine originelle Interpretation finden, von Abraham bis Zachariah, über Exodus, Engel, Glaube oder Apostel.

In Vorbereitung befindet sich ein ökumenisches Lektionar A, B und C.


Genfer Atelier de Théologie

Das Atelier Œcuménique de Théologie (AOT)  in Genf hat 2013 vom Präsidium der AGCK Schweiz das Oecumenica Label für ausgezeichnete Ökumene erhalten. Das AOT ist ein Ort, um den Spuren Gottes in im eignen Leben nachzuspüren. Es ist aber auch ein Ort, um seine eigene kirchliche Tradition und die der anderen Kirchen besser zu verstehen.

Das AOT wurde 1961 von einer Gruppe von reformierten und römisch-katholischen Theologen gegründet. Seit der Reformation und bis etwa zum Ersten Weltkrieg waren die Leute in Genf – der Stadt des Reformators Calvin – durch und durch „protestants“. Mit der Ankunft von katholischen Eidgenossen aus ärmeren Kantonen und vor allem mit der Arbeitsmigration aus Südeuropa haben sich die konfessionellen Verhältnisse in Genf gründlich verändert. 400 Jahre nach der Reformation waren die grossen interkonfessionellen Spannungen verschwunden aber die Vorurteile noch verbreitet.

Während mehr als ein Jahr haben sich die Gründer des Projektes, darunter Mitglieder des Centre protestant d’études und der Jesuiten, mit ihren theologischen und pädagogischen Sichten auseinandergesetzt. Sie wollten keinen Ersatz für die akademische Theologie herstellen, sie wollten auch nicht nur konfessionelle Konvergenzen und Divergenzen darlegen. So haben sie eine „ökumenische theologische Werkstatt“ (auf Französisch „atelier“) gegründet, die nun seit mehr als 40 Jahren besteht. Die Teilnehmenden sollen Werkzeuge erhalten, um sich theologisch zu bilden, um ihre Erfahrungen und Überzeugungen zu hinterfragen, um die der Anderen besser zu nachvollziehen, also mit ökumenischem Ansatz: Die Überzeugungen anderer Gläubigen, das Reichtum der jeweiligen Konfessionen, die unterschiedlichen Gottesbilder und das Engagement Christinnen und Christen in der heutigen Welt sollen gemeinsam diskutiert und vertieft werden.

Die Ausbildung dauert zwei Jahre, mit jeweils zwei Stunden pro Woche. Sie besteht aus:

  • Unterrichtblöcken, die jeweils von zwei, bzw. drei Dozenten unterschiedlicher Konfessionen gegeben werden;
  • Monatlichen Diskussionen in kleinen Gruppen;
  • Zwei persönlichen Arbeiten;
  • Dreimal pro Jahr findet einen theologischen Nachmittag statt (am Samstag), um ein Thema oder eine Frage zu vertiefen. Der Nachmittag schliesst mit einem gemeinsamen Gottesdienst ab.

Im ersten Jahr bildet Bibelkunde ein Schwerpunkt, im zweiten Jahr Dogmatik (Christologie, Dreifaltigkeit, Ämter, Sakramente), Ethik und christliches Handeln und Kirchengeschichte.

Das AOT arbeitet erfolgreich seit über 40 Jahren. Etwa 1‘600 Personen haben in dieser Zeit den Ausbildungsgang absolviert. Etwa70 Männer und Frauen aller Konfessionen aber auch konfessionslos nehmen jeweils daran teil. Viele haben nach der Ausbildung ein Amt in der Kirche wahrgenommen (Pfarrei- oder Kirchgemeinderat, Religionsunterricht, Seelsorge usw.). Einige wurden von ihrem Arbeitgeber gesandt.

Das Dozenten-Team
Das Team besteht aus zehn Dozentinnen und Dozenten, die alle mindestens ein Lizentiat in Theologie haben. Sie sind römisch-katholisch, reformiert und orthodox. Es sind Männer und Frauen, Laien und Geweihte/Ordinierte, aus verschiedenen Generationen. Einige sind pensioniert, die anderen arbeiten für die Genfer Kirchen oder an der Uni.

Nützliche Informationen

Dokumente zum Download


Ein christlicher Blick auf RTS – Das Religiöse entziffern

Am 27. Juni 2013 haben Médias-pro und Cath-info vom Präsidium der AGCK Schweiz das Oecumenica Label für ihre Sendungen auf den Kanälen der Westschweizer Radio und Fernsehen erhalten.

 

Die Sendungen behandeln in einem ökumenischen Geist ein breites Spektrum von Themen, die alle eine geistliche, religiöse und ethische Dimension in Bezug auf das Christentum und den interreligiösen Dialog haben.

Die Journalisten Guillaume Henchoz (links) und Fabien Hunenberger

Im Jahr 2019 kann das Publikum zuhören und fernschauen:

  • La chronique de RTSreligion lädt ein, sich über aktuellen Ereignissen aus der Welt der Religionen in der Schweiz und weltweit zu informieren. Radio ist ein Medium, das sich ganz der Aktualität widmet, auch der religiösen Aktualität. Die Morgenchronik ist der ideale Ort für diese Arbeit. Sie ermöglicht es, ein Ereignis religiöser, theologischer, spiritueller oder institutioneller Natur vor 80’000 Zuhörern zu analysieren. Das Morgenformat ermöglicht es „religiösen“ Journalisten, mit dem im Studio anwesenden Gast zu interagieren, um die Nachrichten live zu kommentieren. Seit 2018 werden die Chroniken gefilmt und als Videoaufzeichnung auf RTSreligion veröffentlicht. Auf La Première, jeden Morgen, gegen 6.22 Uhr.
  • Babel bietet ein wöchentliches Treffen mit einem Experten oder einer Expertin an, der oder die mit Rückblick ein Thema aus religiöser und/oder spiritueller Sicht kommentiert. Dieses Format soll einen Beitrag zur Verständigung der Komplexität der religiösen Welt vermitteln und analysieren, wie unsere Gesellschaft mit ihr umgeht und sie integriert. Auf Espace 2, sonntags um 11 Uhr.
  • Hautes fréquences bringt alles zur Sprache, was in der komplexen Welt der Religionen hinterfragt, überrascht und sogar stört. Im Gegensatz zur Vorstellung einer unveränderlichen Welt ist die Spiritualität in ständiger Bewegung. Zu entdecken durch Hintergrundrecherchen, Begegnungen und Interviews. Die Radiosendung, die Anfang 2019 ihr 20-jähriges Jubiläum feierte, will sich kompromisslos mit den Herausforderungen der religiösen Aktualität auseinandersetzen. Auf La Première, sonntags um 19 Uhr.
  • Faut pas croire ist ein neunundzwanzigminütiges wöchentliches Fernsehmagazin für die breite Öffentlichkeit. Debatte und Reportagen beleuchten die ethischen, philosophischen und religiösen Fragen, die sich in unserer Gesellschaft durchziehen. Das Magazin soll die Ereignisse durchschauen, die die Aktualität ausmachen, indem alle Dimensionen des „Menschseins“ hinterfragt werden. Auf RTS Un, samstags gegen 13.25 Uhr.

  • Auf der Website RTSreligion sind alle vom ökumenischen Team produzierten Radio- und Fernsehsendungen aufgelistet. Die Website beherbergt auch andere RTS-Programme, die sich mit einem religiösen, ethischen oder spirituellen Thema befassen, und bietet gelegentlich ein Multimedia-Dossier zu einem bestimmten Thema an.

Links und Dokumente

  • Cath-info, Centre catholique des médias en Suisse romande
  • Médias-pro, Office protestant des médias
  • RTSreligion
  • Beurteilung der Kommission Label Oecumenica

Breit abgestützte Ökumene

Die SRG hat einen Vertrag mit Médias-pro und Cath-info (als Nachfolgerin des CCRT seit 2015). Diese einzigartige ökumenische Zusammenarbeit mit den Service public-Medien reicht bis ins Jahr 1920 zurück. Die Mitarbeit der Freikirchen ist ausserdem durch ein Abkommen mit der Fédération romande des Églises évangéliques (FREE) abgesichert.