Der Freiheit entzogen – aber immer frei, Gehör zu finden! Am 1. April 2017 wurde das Oecumenica Label vom Präsidium der AGCK.CH der Steuerungsgruppe der Gefängnisseelsorge in Genf verliehen. Die Steuerungsgruppe ist von den römisch-katholischen, christkatholischen und reformierten Kirchen in Genf anerkannt.

Die Gefängnisseelsorge ist Teil des kirchlichen Grundauftrags und besteht schon seit mehreren Jahren im Kanton Genf. Neu ist der ökumenische Ansatz: 2010 haben die drei „historischen“ Kirchen einer ökumenischen Steuerungsgruppe den Auftrag erteilt, gemeinsam die Seelsorge in den Gefängnissen sicherzustellen.

Heute kommen die Seelsorgerinnen und Seelsorger von den drei historischen Kirchen, aber auch von der Heilsarmee, der rumänisch-orthodoxen Kirche und den Adventisten. Die ökumenische Gefängnisseelsorge hat sich eine Charta gegeben. Gegenüber den Häftlingen lässt sie sich vom Motto leiten der Freiheit entzogen – aber immer frei, Gehör zu finden! Im Hauptgefängnis Champ-Dollon wird täglich ein Freiraum zum Gespräch, zum Gebet, zur humanitären und spirituellen Begleitung angeboten. Jeden Sonntag wird eine Messe oder ein Gottesdienst abwechslungsweise gefeiert. Am Weihnacht oder Ostern gibt es eine ökumenische Feier.

Die Seelsorgenden haben sich zum Ziel gesetzt:

  • Ein menschliches „zur Seite sein“ für die Häftlinge aller Glaubensrichtungen;
  • Wenn gewünscht, durch begleitendes Gebet den Hoffnungskeim nicht ersticken zu lassen;
  • Die persönliche und/oder gemeinschaftliche spirituelle Dimension der Menschen fördern, in einem schwierigen Umfeld;
  • Synergie und loyale Zusammenarbeit mit den Institutionen des Gefängnisses pflegen;
  • Brücke sein zu den Kirchgemeinden und externen Institutionen;
  • die Zusammenarbeit suchen mit Seelsorgenden anderer Religionen, via die interreligiöse Plattform von Genf.