Mindestens einmal im Jahr werden Christinnen und Christen erinnert an das Gebet Jesu für seine Jünger „dass sie alle eins seien [...], damit die Welt glaube“ (vgl. Joh 17,21).

2022: Middle East Council of Churches

Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten

(Mt 2,2)

 

Seit 1966 wird die Gebetswoche für die Einheit der Christen, deren Ursprünge bereits auf das Jahr 1910 zurückgehen, vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und von der Kommission Glaube und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen vorbereitet. Jedes Jahr werden die Texte von einer anderen Region der Welt verfasst, 2022 vom Middle East Council of Churches.

Nach dem Matthäus-Evangelium (2,1-12) ist das Erscheinen des Sterns am Himmel von Judäa ein lang ersehntes Zeichen der Hoffnung, dass die Sterndeuter und letztlich alle Völker der Erde zu dem Ort führt, an dem der wahre König und Heiland offenbart wird. Dieser Stern ist ein Geschenk, ein Zeichen für Gottes liebevolle Gegenwart bei allen Menschen. Für die Sterndeuter war es ein Zeichen für die Geburt eines Königs. Mit seinen Strahlen führt der Stern die Menschheit zu einem helleren Licht, Jesus.

Die Weisen sahen den Stern und folgten ihm. Die Sterndeuter sind ein Symbol für die damals bekannte Vielfalt der Völker und ein Zeichen für die Universalität des göttlichen Rufs, der im Licht des von Osten leuchtenden Sterns aufscheint. Sie offenbaren uns die von Gott gewollte Einheit aller Nationen.

Christinnen und Christen sind berufen, in der Welt ein Zeichen dafür zu sein, dass Gott die Einheit bewirkt, die er will. Sie gehören verschiedenen Kulturen und Völkern an und sprechen unterschiedliche Sprachen, aber gemeinsam suchen sie Christus und sehnen sich danach, ihn anzubeten. Sie sind ein Volk, dem aufgetragen ist, ein Zeichen zu sein wie der Stern, die Menschheit in ihrem Hunger nach Gott zu leiten, alle zu Christus zu führen und das Werkzeug zu sein, mit dem Gott die Einheit aller Völker bewirkt.

Der Stern ging im Osten auf (Mt 2,2). Im Osten geht die Sonne auf. Im Nahen Osten erschien das Heil durch die Barmherzigkeit unseres Gottes, der uns mit dem aufstrahlenden Licht aus der Höhe segnete (Lk 1,78).

Im Nahen Osten schlug das Wort Gottes Wurzeln und brachte Frucht.

Aber die Geschichte des Nahen Ostens war und ist von Konflikten und Auseinandersetzungen geprägt, mit Blut befleckt und von Ungerechtigkeit und Unterdrückung verdunkelt. Der Nahe Osten braucht heute mehr denn je ein himmlisches Licht, das die dort lebenden Menschen begleitet. Für die Gebetswoche 2022 wählten die Christen des Nahen Ostens das Thema des Sterns, der im Osten aufgeht. Dies hat mehrere Gründe. Die Christen im Westen feiern Weihnachten, aber das ältere und für viele Christen des Ostens wichtigste Fest ist das Fest der Erscheinung des Herrn, an dem Gottes Heil den Völkern in Bethlehem und am Jordan offenbart wird. Diese Konzentration auf die Theophanie (die Erscheinung des Herrn) ist in einem gewissen Sinne ein Schatz, den die Christen des Nahen Ostens mit ihren Brüdern und Schwestern auf der ganzen Welt teilen können.

Dokumente Gebetswoche 2022

Kollektenvorschläge

Drei Projekte werden für eine Kollekte vorgeschlagen.

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