Am 8. September feierte die Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Bern ihr 50-Jahr-Jubiläum. Musik verschiedener Traditionen prägte die Feier. Fröhlich-feierliche Töne des Bläserensembles der Heilsarmee, traditionelle Gesänge des Ensembles der serbisch-orthodoxen Gemeinde Bern und die mächtigen Töne der Orgel in der französischen Kirche haben den Anlass getragen. Gäste, Vertreterinnen und Vertreter der AKB-Mitglieder haben an 50 Jahre gelebter Ökumene im Kanton Bern erinnert. Pfarrer Christoph Knoch, Präsident der AKB, führte durch die Feier. Nach 50 Jahren gemeinsamen Unterwegsseins halten die AKB-Mitglieder fest: „Das Kirchenverständnis der Mitglieder und Gäste in der AKB ist vielfältig.“

Das zweite Vatikanische Konzil (1962-1969) liess Hoffnungen keimen, dass die strikten konfessionellen Trennungen aufgeweicht, sogar überwunden werden können, nach dem Motto: „aggiornamento“. In dieser Zeit sind zahlreiche ökumenische Plattformen in der Schweiz entstanden, so die AKB als zweitälteste kantonale Arbeitsgemeinschaft (nach der 1965 gegründeten AGCK des Kantons Zürich).

Seit 1969 ist sie „ein Ort der Begegnung, Beratung und Besinnung für Delegierte und Gäste aus christlichen Kirchen, Organisationen oder Gemeinschaften, die im deutschsprachigen Teil des Kantons Bern angesiedelt und tätig sind. Sie verpflichtet sich, die sich immer wieder verändernde Vielfalt der lokalen Kirchen wahrzunehmen. In Begegnung und Gespräch ermöglicht sie den Austausch und das gemeinsame Wirken zum Wohl der Menschen.“ (Zweckartikel der Statuten von September 2014).

Zum 50-Jahr-Jubiläum wünsche ich der AKB weiterhin den Mut und die Kraft, über Mauern zu springen. Franz Scherrer, ehemaliger Vertreter der römisch-katholischen Landeskirche in der AKB

Standen in den Anfangsjahren Kontakte zwischen Landes- und Freikirchen im Zentrum, so hat sich ihr Schwerpunkt inzwischen zu den orthodoxen Kirchen hin verschoben. Heute zählt die AKB sieben Mitglieder, vier Kirchen und Gemeinschaften mit Gaststatus und sieben ständige Gäste. Eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sind Kontakte zu neu entstehenden Migrationsgemeinden.

Das Papier Die Kirche: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision der Kommission für Glaube und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirche von 2013 inspiriert ihre Mitglieder: „Jede lokale Kirche birgt in sich die Fülle dessen, was es heisst, Kirche zu sein. Sie ist ganz Kirche, aber sie ist nicht die ganze Kirche. Daher sollte die Ortskirche nicht getrennt von anderen lokalen Kirchen, sondern in einem dynamischen Verhältnis mit ihnen gesehen werden.“

Der Blick von aussen durfte am Jubiläumsanlass nicht fehlen. So sollte der Bund-Journalist Dölf Barben, der seit Jahren kirchliche Themen behandelt, die Frage Welche Kirche braucht es heute? aus seiner Perspektive beantworten. Seine Vision für Kirche ist eine Art geistlichen und ruhenden Pols mitten in der Stadt (oder im Grossquartier): „Ein Haus der Kirchen, das durchaus auch ein Haus der Religionen sein dürfte, wo immer etwas los ist, immer ein Seelsorger, eine Seelsorgerin ansprechbar ist, wo Menschen sich treffen, feiern, Unterstützung und Gemeinschaft finden, ja, wer weiss, vielleicht wird das wie eine Art ‹Tempelbezirk›?“

Referat Dölf Barben mit Ton

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Rückblick auf die Feier