Charta Œcumenica 2.0 ist erschienen

7. November 2025
International, National
Rom, 5. November 2025 | Unterzeichnung der Charta durch die auftraggebenden Institutionen, rechts Erzbischof Nikitas von Thyateira und Grossbritannien, Präsident der KEK, und links Erzbischof Guntaras Grušas, Präsident des CCEE | Bild: Verena Hammes, ACK Deutschalnd

Am 5. November 2025 unterschrieben der Präsident der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Erzbischof Nikitas, und der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Erzbischof Gintaras Grušas, in Rom die neue Fassung der Europäischen Charta Œcumenica. Es handelt sich um eine Aktualisierung der «Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa» von 2001. Europa, die Kirchen und die Ökumene haben sich seit der Unterzeichnung der Charta im Jahr 2001 weiterentwickelt. Die Aktualisierung der Charta hat das Ziel, ihre ökumenische Relevanz für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Die überarbeitete Charta entstand in einem Kontext, in dem sich die europäische Bevölkerung der Verletzlichkeit des Kontinents bewusst geworden ist. Die Säkularisierung schreitet voran und neue kirchliche Gemeinschaften gewinnen an Bedeutung (Pfingstkirchen, charismatische  und evangelische Freikirchen und Gemeinschaften). Die ökumenische Zusammenarbeit ist in den letzten 20 Jahren fast überall vorangeschritten. Und: Die europäische Gesellschaft ahnt noch nicht, welche Konsequenzen die Digitalisierung mit sich bringen wird.

Eine gemeinsame Redaktionsgruppe beider Trägerinstitutionen – KEK und CCEE – hat im September 2023 mit der Revision begonnen. Der neue Text wurde 2024 in eine breite Vernehmlassung geschickt. Dann hatte die Gruppe die heikle Aufgabe, 450 Seiten «sehr konstruktiver» Kommentare von über 70 Kirchen oder Privatpersonen aus ganz Europa zu bearbeiten. Die Unterzeichnung der Charta am 5. November 2025 in Rom ist nicht der Schlusspunkt, sondern im Gegenteil: Die Charta muss jetzt rezipiert und in den unterschiedlichen Kontext der europäischen Länder, Kirchen und Gesellschaft Europas umzusetzen.

Neuerungen  der Charta 2.0

  • Die ökumenischen Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte werden gewürdigt.
  • Es gibt neue Absätze zu aktuellen Themen wie Frieden, Migration, Digitalisierung, Europa und Welt.
  • Ein eigenes Kapitel wird der Jugend gewidmet mit der Aufforderung an Kirchen, junge Menschen, ihre Erfahrungen und Erwartungen in alle Aspekte des kirchlichen Lebens einzubeziehen; junge Menschen sind nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart der Kirchen und der Ökumene.

Was geblieben ist

  • Die Doppelstruktur des Textes mit einer theologischen Einführung bei jedem der neu 14 Artikel und Verpflichtungen, die jedoch detaillierter sind.

Charta | Deutsch, PDF
Seite zur Charta | Link
Die Charta, auf der KEK Webseite | Link (Englisch)