Christkatholischer Bischof für Anglikaner

Ende Oktober ist der Präsident der AGCK CH, Bischof der Christkatholischen Kirche in der Schweiz, neu in London zum ehrenamtlichen Assistenzbischof der Anglikanischen Kirche für die Diözese von Gibraltar in Europa ernannt worden. Damit erhalten die 10 anglikanischen Kirchgemeinden in der Schweiz die Erlaubnis, Bischof Rein direkt für bischöfliche Amtshandlungen wie Firmungen einzuladen.

Der Jurist der Krone mit den Bischöfen Norman, Robert, Harald und David (von links nach rechts). Bild: Diözese von GibraltarDer Jurist der Krone mit den Bischöfen Norman, Robert, Harald und David (von links nach rechts). Bild: Diözese von Gibraltar

 

Die Ernennung von Bischof Rein ist einerseits eine Frucht der bestehenden Kirchengemeinschaft zwischen den beiden Kirchen als auch Bestandteil eines ökumenischen Einheitsmodells und seiner Umsetzung. Seit 1931 besteht weltweit zwischen den Anglikanischen Kirchen (Anglican Communion) und den altkatholischen Kirchen der Utrechter Union eine "Kirchengemeinschaft".

Dies bedeutet, dass beide Kirchen sich gegenseitig voll als Kirchen anerkennen. Sie akzeptieren ausserdem das traditionell territoriale Gebiet der jeweils anderen Kirche. Christkatholiken, die nach England ziehen, sind damit automatisch Mitglieder der Kirche von England. Anglikanische Gläubige,  die in die Schweiz ziehen, können damit Mitglieder der Christkatholischen Kirche werden. Geistliche können ebenfalls die Kirche wechseln.

Trotzdem gibt es aus sprachlichen und kulturellen Gründen in Kontinentaleuropa das Problem der sogenannten "overlapped iurisdictions": Durch Migration überschneiden sich die altkatholischen Bistümer und die anglikanische Diözese von Gibraltar in Europa. An vielen Orten gibt es Kirchgemeinden beider Kirchen.

Keine Bischöfe einfliegen

1988 beschloss die Lambethkonferenz, dass Kirchen, die miteinander in Kirchengemeinschaft stehen und sich durch Migration überlappen, Wege zu einer strukturellen Einheit finden sollten. Da dies auch dem altkatholischen Einheitsverständnis entspricht, arbeitet man seit 20 Jahren auf verschiedenen Ebenen an der Umsetzung.

Eine Ebene besteht darin, dass die Kirchgemeinden gebeten werden, für bischöfliche Handlungen am Ort den jeweiligen Ortsbischof zu nehmen und keinen von auswärts einzufliegen. Anglikanische und altkatholische Bischöfe helfen und vertreten sich in diesem Sinne gegenseitig.


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