Porträt – Neuapostolische Kirche

Die Wurzeln der Neuapostolischen Kirche reichen in den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution und der Industrialisierung Europas fanden sich zunächst in England, Schottland und Deutschland ab Mitte der 1820er Jahre engagierte Christen aus verschiedenen Kirchen zusammen, um auf biblischer Grundlage und im Gebet neu über den christlichen Glauben nachzudenken. Ein zentraler Gedanke dieser erweckten Kreise war die baldige Wiederkunft Jesu Christi und der Bereitung gläubiger Christen auf dieses Ereignis hin. Dazu sollte insbesondere die personale Wiederbesetzung des Apostelamts dienen. Ab Anfang der 1830er Jahre bildeten sich aus dieser Bewegung heraus in England erste Gemeinden, die sich schliesslich zur Katholisch-­‐apostolischen Kirche zusammenschlossen. Bis zum Jahr 1835 wurden durch prophetisches Wort zwölf Apostel nach biblischem Vorbild berufen. Von England ausgehend entstanden in der Folgezeit auch in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern katholisch-­‐apostolische Gemeinden.
 
Nachdem die ersten die zwölf berufenen Apostel verstorben waren bzw. aus anderen Gründen ihr Amt nicht mehr ausübten, kam es 1863 nach internen Differenzen über die personelle und inhaltliche Ausrichtung der Kirche in Deutschland zur Gründung der "Allgemeinen christlichen apostolischen Mission", aus der schliesslich die "Neuapostolische Gemeinde" hervorging. Seit 1932 wird der Name "Neuapostolische Kirche" verwendet.
 

Vision der Neuapostolischen Kirche

„Eine Kirche, in der sich Menschen wohl fühlen und vom Heiligen Geist und der Liebe zu Gott erfüllt, ihr Leben nach dem Evangelium Jesu Christi ausrichten und sich so auf Sein Wiederkommen und das ewige Leben vorbereiten.“ (Katechismus der Neuapostolischen Kirche [KNK], 2012)
 

Mission der Neuapostolischen Kirche

„Zu allen Menschen hingehen, um sie das Evangelium Jesu Christi zu lehren und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen. Seelsorge leisten und eine herzliche Gemeinschaft pflegen, in der jeder die Liebe Gottes und die Freude erlebt, ihm und anderen zu dienen.“ (KNK, 2012)
 

Struktur

Als oberste geistliche Autorität leitet der Stammapostel zusammen mit den Aposteln die Neuapostolische Kirche. Sie gliedert sich in mehrere, von je einem Bezirksapostel sowie mehreren Aposteln geleitete Bezirksapostelbereiche, welche wiederum eine oder mehrere Gebietskirchen umfassen.
 
Das Zentrum des kirchlichen Lebens sind die Gemeinden. Die Apostel beauftragen Hirten, Evangelisten oder Priester, diese zu leiten. Die Gemeindevorsteher werden in ihrem Dienst von weiteren Priestern sowie Diakonen unterstützt.
 
Mehrere regional naheliegende Gemeinden sind zu einem Kirchenbezirk zusammengefasst. Bei der Erfüllung regionaler Aufgaben stehen den Aposteln Bischöfe, Bezirksälteste und Bezirksevangelisten zur Seite.
 

Ehrenamtliche Mitarbeit

Die seelsorgerischen und organisatorischen Aufgaben in den Gemeinden werden freiwillig und ehrenamtlich erfüllt. Alle kirchlichen Handlungen und Segnungen, z.B. Taufen, Trauungen, Hochzeitsjubiläen oder Beerdigungen, werden unentgeltlich ausgeführt.
 

Weltweite Verbreitung

Die rund 9 Millionen neuapostolischen Christen, die weltweit in fünf Kontinenten und rund 60'000 Kirchengemeinden leben, gehören allen sozialen Schichten, Nationalitäten und Generationen an. In der Schweiz zählt die Neuapostolische Kirche rund 34‘000 Mitglieder in 160 Kirchengemeinden.
 

Glaubensbekenntnis und Katechismus

Die Neuapostolische Kirche bekennt sich zu den altkirchlichen Bekenntnissen, den Grundlagen des christlichen Glaubens: dem Apostolikum und dem Bekenntnis von Nicäa-­‐Konstantinopel.
 
Die ersten drei Artikel des neuapostolischen Glaubensbekenntnisses entsprechen dem „Apostolikum“. Die weiteren sieben Glaubensartikel stellen eine Auslegung im Sinne der neuapostolischen Glaubensüberzeugung dar.
 
Die Grundlagen neuapostolischer Lehre sind zusammengefasst in dem 2012 erschienen Katechismus der Neuapostolischen Kirche sowie in vereinfachter Form als Katechismus in Fragen und Antworten (erschienen 2015).
 
Der Katechismus bringt gemeinsame Grundüberzeugungen aller Christen zum Ausdruck. Darüber hinaus entfaltet er die Besonderheiten neuapostolischen Glaubens. Er ist geschrieben aus dem Glauben und für Glaubende. Es sei betont, dass bei vorhandenen Auffassungsunterschieden die Neuapostolische Kirche anderen Kirchen mit ihren Lehraussagen grosse Wertschätzung entgegenbringt.
 

Sakramente und Segensspendungen

Die Neuapostolische Kirche kennt drei biblisch begründete Sakramente. Die Wassertaufe, die Geistestaufe (Heilige Versiegelung) und das Abendmahl. Diese Sakramente kann jeder Mensch empfangen. Bei Kindern übernehmen die Erziehungsberechtigten die Verantwortung im Glauben.
 
Neben den drei Sakramenten kennt die Neuapostolische Kirche Segenshandlungen wie z.B. Konfirmationssegen, Trausegen, Segen zu Hochzeitsjubiläen.
 

Der Weg der Neuapostolischen Kirche Schweiz in die Ökumene

In einer gemeinsamen Gesprächskommission wurden ab dem Jahr 2008 intensive theologische Fachgespräche zu zentralen Fragen neuapostolischer Glaubenslehre geführt. Aufgrund dieser Gespräche hat die Neuapostolische Kirche Schweiz seit April 2014 den Gaststatus bei der AGCK Schweiz.
 
Die Gesprächsergebnisse wurden in einer gemeinsamen Orientierungshilfe aus dem Jahr 2015 veröffentlicht. Sie stellt die verbindliche Grundlage zwischen der Neuapostolischen Kirche und den Mitgliedskirchen der AGCKCH dar, wie zum Beispiel die wechselseitige Taufanerkennung, den Umgang mit interkonfessionellen Ehen, das Mitwirken bei gemeinsamen Aktionen oder die wechselseitige Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten.
 

Besonderheiten der Lehre der Neuapostolischen Kirche

Apostelamt (siehe weiterführend „Das Amt in der Neuapostolischen Kirche“)
Das Apostelamt wurde von Jesus gestiftet und mit entsprechenden Vollmachten ausgerüstet. Apostel sind Gesandte Jesu Christi und verkünden in seinem Auftrag das Evangelium, vermitteln die Sündenvergebung und spenden die Sakramente.
Alle weiteren Ämter gehen aus dem Apostelamt hervor und sind ebenso wie dieses auf den Ruf Gottes gegründet (Epheser 4, 11).
 
Leben nach dem Tod (siehe weiterführend „Das Leben nach dem Tod und Eschatologie“)
Es gehört zu den Grundüberzeugungen neuapostolischen Glaubens, dass der Mensch nach dem Tod weiterlebt.
Seit dem Opfer Christi ist der Zustand der Seelen im Jenseits zum Guten hin veränderbar. Heil kann also auch noch nach dem leiblichen Tod erlangt werden. Dazu spenden die Apostel dreimal im Jahr auch die Sakramente für Verstorbene. Wem diese sakramentale Gnade zuteilwird, liegt allein in Gottes Ermessen.
 
Wiederkunft Jesu Christi
Bereits die urchristlichen Apostel hielten die Gläubigen an, sich auf die Wiederkunft Jesu Christi vorzubereiten. Diese Erwartung ist auch im Apostolikum bezeugt, und sie steht im Zentrum des neuapostolischen Glaubens. Neuapostolische Christen glauben, dass jene Gläubigen, die sich auf die Wiederkunft Jesu vorbereitet haben, bereits vor dem Endgericht mit Jesus Christus ewige Gemeinschaft haben und mit ihm weitere Aufgaben zur Erfüllung des universalen Heilswillens Gottes ausüben werden (vgl. 1. Thessalonicher 4,15-­‐17; 1. Korinther 15,51,52; Philipper 3,20.21; KNK 10.1.2).
 

Gegenseitige Taufanerkennung

Die Neuapostolische Kirche anerkennt die in einer christlichen Kirche vollzogene Taufe, die im Namen des dreieinigen Gottes und mit Wasser vollzogen wurde.
Die Neuapostolische Kirche Schweiz bekennt sich zur „Urkunde zur gegenseitigen Taufanerkennung“ und hat den Antrag gestellt, diese gegenseitige Taufanerkennung von Riva San Vitale zu unterzeichnen.
 

Konfessionsverschiedene Ehen

Wie in der AGCK üblich soll der Eheschliessung zwischen Mitgliedern aus der NAK und einer anderen AGCK-­‐ Mitgliedskirche ein Gespräch mit Seelsorgern beider Kirchen vorausgehen. Dabei  soll  die  Einbindung  der jeweiligen Ehepartner in  das  Leben  ihrer  Kirche  angesprochen  werden  wie  auch  Fragen  zu  Taufe  und christlicher  Erziehung  sowie  die  unterschiedlichen  Verständnisse  des Patenamtes.
 

Teilnahme an gottesdienstlichen Handlungen

Der gegenseitige Besuch des Gottesdienstes stärkt die ökumenischen Beziehungen. Eine Abendmahlsgemeinschaft mit den anderen AGCK-­‐Mitgliedskirchen besteht nicht. Wird im Rahmen des Gottesdienstes eine Einladung zum Abendmahl ausgesprochen, so ist von allen Gottesdienstbesuchern die Entscheidung nach den Regeln der eigenen Kirche zu treffen.
 
Da der Begriff „Gottesdienst“ nach neuapostolischem Verständnis einen Gottesdienst in einer festen liturgischen Form und mit bestimmten, den Amtsträgern vorbehaltenen liturgischen Vollzügen bezeichnet, sind gemeinsame Gottesdienste in diesem Sinn nicht möglich. Gemeinsame Feiern, Andachten und Gebete sind jedoch möglich und werden auch von neuapostolischer Seite als Zeichen der Verbundenheit in Christus gefördert und als Mittel zur Vertiefung der Gemeinschaft erlebt.
 
Auf dieser Basis ist eine Beteiligung von Amtsträgern der Neuapostolischen Kirche oder einer Mitgliedskirche der AGCK am jeweils anderen Gottesdienst oder bei gottesdienstlichen Feiern (Trauung, Taufe, Trauerfeier) möglich durch ein Grusswort, eine Lesung, ein Gebet oder die Übermittlung von Segenswünschen, jeweils ausserhalb der eigentlichen Segenshandlung. Hier kommt die Verbundenheit in Christus im Sinne der versöhnten Verschiedenheit mit anderen Christen und gemäss der Charta Oecumenica zum Ausdruck.

Einladungen, praktische Unterstützung, Gastfreundschaft

Die Neuapostolische Kirche beteiligt sich an ökumenischen Veranstaltungen innerhalb der AGCK auf nationaler, kantonaler und lokaler Ebene. Werden gegenseitige Einladungen vor Ort ausgesprochen, z.B. zu Gebetsanlässen Benefizveranstaltungen, Jubiläen, Festen oder zur Einweihung von Kirchenräumen, sollen diese nach Möglichkeit angenommen werden.
 
Gegenseitige Unterstützung und Gastfreundschaft zwischen den christlichen Gemeinden vor Ort, beispielsweise durch zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Gottesdienste sind Ausdruck einer guten ökumenischen Beziehung.
 
Soziales Engagement der Neuapostolischen Kirche
Für ihr soziales, karitatives Engagement hat die Neuapostolische Kirche Schweiz die gemeinnützige Stiftung NAK Humanitas gegründet. Darüber hinaus unterstützt sie diakonische und karitative Einrichtungen anderer Kirchen und Institutionen.
 
 

Neuapostolische Kirche Schweiz
Kasinostrasse 10
Postfach 1365
CH­‐8032 Zürich

Telefon: +41 43 268 38 38
E­‐Mail:
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www.nak.ch

Die syrisch – orthodoxe Kirche von Antiochien

 

Glaube

Die syrisch – orthodoxe Kirche von Antiochien wurde bereits zu Beginn des Christentums gegründet. In der Apostelgeschichte heisst es: „Die Jünger Jesu wurden zum ersten Mal in Antiochien Christen genannt“ (Apg 11,26). Als ihr Oberhaupt gilt der Apostel Petrus. Das Stammland der Aramäer ist der Mittlere Osten. 
Die syrisch – orthodoxe Kirche wurde durch die Geschichte und die immer wieder stattfindenden Verfolgungen stark mitgenommen. Sie hat sich aber trotz schwieriger Umstände weiterentwickelt und eine reiche Theologie hervorgebracht. Diese Kirche lehnt das Bekenntnis, dass Christus nach dem Konzil von Chalcedon  „wahrer Gott und wahrer Menschen“ ist, ab: Sie sieht darin die Einheit der Person Christi beeinträchtigt. Die Glaubensinhalte sind in den ersten 3 Konzilien bis und mit Ephesus 431 n. Christus festgelegt; sie unterscheiden sich nur in Details von andern orthodoxen Kirchen. Durch die Ökumene hat in den letzten Jahren auch eine starke Annäherung an das Glaubensgut der römisch-katholischen Kirche ergeben. Die Reformation hat dagegen keinen Einfluss auf sie gehabt. Die sieben Sakramente bilden eine Einheit, die Eucharistie ist das wichtigste. Die Kindertaufe mit Chrisam-Salbung erfolgt durch Untertauchen. Die Ehe gilt als unauflösliches Sakrament, doch anerkennen die orthodoxen Kirchen die Schwäche der Menschen. Priester sind verheiratet. In der Nachfolge Petri besteht bis heute eine ununterbrochene Sukzession von Patriarchen der syrisch-orthodoxen Kirche. Der gegenwärtige Patriarch Aphrem II. ist der 123igste in der Reihenfolge. Er besucht seine Anhänger in Indien, Syrien, im Libanon, Irak, in Jordanien, der Türkei, Ägypten, in Europa, Nord- und Südamerika und Australien. Im Tur–Abdin, wo die meisten Gläubigen ursprünglich her kommen, hat die syrisch–orthodoxe Kirche wichtige Klöster aufgebaut. Daraus gingen viele Heilige, Asketen, Patriarchen, Bischöfe, und Gelehrte hervor.

Liturgie

In der Liturgie wird bis heute die aramäische Sprache gebraucht. Sie ist die Sprache Jesu und war einst weit verbreitet. Auch heute noch ist sie für die meisten syrisch–orthodoxen Christen die eigentliche Muttersprache. (Die syrische Kirchensprache wird, um sie von dem heute in Syrien gesprochenen Arabisch zu unterscheiden, in der Wissenschaft als Altsyrisch bezeichnet.) Als Literatur – und Kirchensprache der syrisch-orthodoxen Kirche hat sie bis heute überlebt und wird in Kirchen und Klöstern unterrichtet, es werden gelehrte Abhandlungen in ihr verfasst. Daneben hat sich das Aramäische aber auch als lebendige Volkssprache in der christlichen Gegend des Tur–Abdin erhalten (heute türkisches Staatgebiet).
Die syrische Liturgie ist geschichtlich die älteste und bereits in den ersten Jahrhunderten entstanden. Die Jakobusanaphora gilt als Norm und Massstab der westsyrischen Liturgie. Sie ist reich an Hymnen und symbolischen Handlungen und hat sich unverändert bis heute bewahrt. Diese Beständigkeit ist den Mönchen zu verdanken, welche in der Kirche eine bedeutende Rolle einnehmen.
Im Zentrum der Liturgie steht die Feier der Eucharistie.

Migrationskirche in der Schweiz

Die syrisch-orthodoxe Kirche ist in der Schweiz eine Migrationskirche. Gottesdienste werden an verschiedenen Orten gehalten. Ausser Gottesdiensten, Sakramentenspendung und Religionsunterricht nehmen die fünf Priester auch verschiedene soziale Dienste für die Gläubigen wahr. 
Für die Erfüllung dieser Aufgabe sind sie auf die Hilfe der Schwesterkirchen angewiesen.1996 konnte die syrisch-orthodoxe Kirche das ehemalige Kapuzinerkloster in Arth für einen symbolischen Preis übernehmen: es trägt den Namen St. Avgin nach dem heiligen Mor Avgin, welcher im 4. Jahrhundert wirkte. Das Kloster ist heute das einzige geistige und kulturelle Zentrum der syrisch-orthodoxen Gemeinschaft in der Schweiz.

Besondere Lehre

Die Kirche unterscheidet sich von den Westkirchen durch ihre Entwicklung, insbesondere der Glaubenspraxis. 
Die Kirche anerkennt, dass Jesus Christus sowohl vollkommen in Seiner Gottheit wie auch vollkommen in seinem Menschsein ist. Seine Natur – vereint aus zwei Naturen – ist ohne jegliche Vermischung und Vermengung.

Gemeinsamkeiten mit andern Kirchen

Die Kirche teilt mit allen Christen den Glauben an den dreieinigen Gott, an die Heilige Schrift und die Erlösung durch Jesus Christus. Die orthodoxe Kirche sieht sich als die Heimat aller Christen, von der sich dann die andern Kirchen abgespalten haben. Die Einheit ist ein hohes Gut. 
Die Kirche ist seit 1950 Mitglied des Ökumenischen Rats der Kirchen ÖRK, dazu Mitglied der Konferenz der Europäischen Kirchen KEK. 2001 hat sie die Charta Oecumenica unterzeichnet.  Sie ist seit 2015 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.CH, sowie den kantonalen AGCKs in Zürich, ST. Gallen und im Tessin. 
Seit 1964 gibt es Bestrebungen, die Sakramente anderer Kirchen anzuerkennen. Im Dialog mit der römisch–katholischen Kirche ist sie seit 1971 aktiv. 1984 kam es zwischen Papst Johannes Paul II. und Patriarch Ignatius Zakka I.  zu einer offiziellen Übereinkunft über gegenseitige pastorale Hilfe. Nach dieser Erklärung darf dort, wo ein eigener Priester nur schwer erreichbar ist, die gegenseitige Gastfreundschaft für die Sakramente der Busse, der Eucharistie und der Krankensalbung in Notsituationen gewährt werden.

Taufanerkennung

Die orthodoxen Kirchen anerkennen bei konfessionsverschiedenen Eheschliessungen die Taufen anderer Kirchen. Bei Konfessionswechsel muss aber die Firmung und eventuell die Erste Kommunion nachgeholt werden. 
Die orthodoxen Kirchen der Schweiz waren an der Erarbeitung der Erklärung zur Taufanerkennung in Riva San Vitale 2014 mit beteiligt. Sie sehen sich zur Zeit aus kirchenrechtlichen Gründen nicht in der Lage, die gegenseitige Anerkennung der Taufe zu unterzeichnen, stehen aber hinter der im Text genannten „praktischen Folgerung“ einer gegenseitigen Taufanerkennung. (Siehe auch Dokument http://www.agck.ch/images/communiques/2014/agck_taufe_brosch_4-spr_s_32.pdf

Konfessionsverschiedene Ehen

Diese sind aus pastoralen Gründen nach Rücksprache mit der Kirchenleitung möglich. Ehen mit Nicht-Christen sind nicht gestattet.

Gemeinsame Gottesdienste und Gebete

Syrisch-orthodoxe Geistliche und Gläubige können an ökumenischen Gebeten teilnehmen. 
Die Teilnahme von nicht-orthodoxen Christen an orthodoxen Gottesdiensten ist erlaubt, auch an der orthodoxen Eucharistie ist sie nach vorhergehender Beichte und der Bereitschaft zu ihrem Empfang gestattet.

Gottesdienstliche Handlungen

Syrisch-orthodoxe Geistliche und Laien können Gebete, Gruss- und Segensworte, Bibellesungen etc. in ökumenischen Gottesdiensten beitragen.

Gastfreundschaft und praktische Unterstützung

Die Kirche ist dankbar, wenn sie bei andern Kirchen Raum findet für Gottesdienste etc. Alle Gläubigen können auch im Kloster Arth Tage der Besinnung verbringen. Die Kirchen-Mitglieder engagieren sich an ökumenischen Veranstaltungen.

 

 

Die syrisch-orthodoxe Kirche weltweit

• Sie ist eine der ältesten Kirchen
• Heimatländer sind die Türkei, der Irak, Libanon, Syrien, Indien
• Weltweit gehören ihr etwa 2,5 Millionen Gläubige an
• Sitz des Patriarchats ist Damaskus
• Kirchensprache ist das Aramäische
• Mehr als 200'000 Syrier sind im Bürgerkrieg gestorben (Angaben der UN 2015 ).
  9 Millionen sind auf der Flucht.

In der Schweiz

• Der geistige Oberhirte der Diözese Schweiz-Österreich ist seit 2006 seine Eminenz Dionysios Isa Gürbüz.
• In der Schweiz haben sich etwa 1800 Familien angesiedelt, welche von 5 Priestern betreut werden.
• Sie leben vor allem im Kanton St. Gallen, Aarau, Zentral Schweiz, Tessin und in Bern.

www.kloster-st-avgin.ch

 

 

Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz

Adventisten in der Schweiz. Eine Vorläufergemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten entstand 1867 in der Schweiz, in Tramelan (Berner Jura). Die offizielle Gründung der ersten Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in der Schweiz fand 1883 in Basel statt. Heute leben rund 4.500 Adventisten in der Schweiz und feiern in rund 50 Kirchgemeinden den Gottesdienst.

Die Schweizer Union der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist ein Verein. Darin sind die Deutschschweizerische Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und die Fédération des Eglises Adventistes du Septième Jour de la Suisse romande et du Tessin, je eigenständige Vereine, zusammengeschlossen.

Adventisten weltweit. Global gehören mehr als 19,5 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder in über 200 Ländern und Territorien zur Kirche. Sie wurde 1863 in den USA als Seventh-day Adventist Church gegründet.

Die Kirche unterhält weltweit über 7.500 Schulen sowie mehr als 460 Krankenhäuser und Kliniken. Adventisten ermutigen Menschen zu einem erfüllten, ganzheitlichen Leben, das neben dem Glauben im Besonderen die Bereiche Bildung, Gesundheit, Soziales und Humanitäres umfasst. Adventisten setzen sich seit ihrer Gründung für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit aller Menschen ein. Rund 130 nationale Büros des Hilfswerks ADRA führen weltweit jährlich Projekte im Wert von über 280 Millionen Franken durch.

Demokratisch-repräsentative Kirchenverwaltung. Die Adventisten sind weltweit organisiert und haben eine demokratisch-repräsentative Form der Kirchenverwaltung. Der Souverän in der Freikirche sind die Mitglieder. Bei regelmässigen Wahlen übertragen sie Gremien und Verantwortungsträgern die Leitung. Die Kirche finanziert sich ausschliesslich durch freiwillige Spenden, unter anderem auch durch den biblischen „Zehnten“.

Glaube

Siebenten-Tags-Adventisten teilen mit allen Christen den Glauben an Jesus Christus. Er bestimmt ihr Denken und Handeln, ihre Einstellung zum Leben und ihr Engagement für andere. Insbesondere die folgenden drei Überzeugungen kennzeichnen ihren Glauben:

Unsere Welt hat Zukunft. Adventistische Christen erwarten die Vollendung des von Jesus verkündeten Reiches Gottes bei seiner Wiederkunft (lat.: adventus). Sie bringt Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit für die ganze Schöpfung. Das Vertrauen auf die biblische Zusage vom Kommen Gottes sowie der „neuen Erde“ macht sie zu Adventisten.

Gott lädt uns zu sich ein. Die Hoffnung auf Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit für alle findet ihren Ausdruck im Sabbat (Samstag), dem siebten Tag der Woche, dem biblischen „Tag des Herrn“. Er erinnert an die Schöpfung und Erlösung durch Jesus Christus. Der Sabbat bietet Befreiung vom Alltagsstress – Zeit für andere, für sich selbst und für Gott.

Wir sind eins in Christus. Hoffnung stärken, Gottes Liebe feiern – das geht am besten gemeinsam mit anderen. Siebenten-Tags-Adventisten wollen nicht nur „Kirche“ sein, sondern eine weltweite Familie, die Menschen aller Nationen und Kulturen miteinander verbindet.

Gemeinsamkeiten mit andern Kirchen

Mit der gesamten Christenheit glauben Adventisten an den dreieinigen Gott und stimmen mit den drei altkirchlichen Bekenntnissen überein. Mit den evangelischen Kirchen sind sie sich einig, dass die Bibel die einzige Grundlage des Glaubens bildet und dass die Erlösung nicht durch Werke geschieht. Mit den Methodisten verbindet Adventisten die Überzeugung, dass Gott eine persönliche Entscheidung für ein Leben in der Nachfolge Jesu wünscht. Mit Mennoniten, Baptisten und anderen üben sie die Glaubens/Erwachsenenstaufe. Beim Abendmahl (vierteljährlich) teilen sie das Verständnis der reformierten Kirchen. Adventisten erheben keinen Ausschliesslichkeitsanspruch, als sei nur bei ihnen das Heil zu finden.

Weitere Glaubensüberzeugungen

Natur des Menschen. Adventistische Christen erwarten Jesus Christus als den bald wiederkommenden Herrn. Sie freuen sich auf die Auferstehung der Toten und ein ewiges Leben auf der „neuen Erde“. Den Menschen betrachten sie als „lebendige Seele”, die im Todeszustand ohne Bewusstsein ist. Die Lehre einer unsterblichen Seele vertreten sie nicht.

Sabbat (Samstag). Der Sabbat ist für Adventisten ein Geschenk Gottes, um zur Ruhe zu kommen, den Gottesdienst zu besuchen und Zeit für die Mitmenschen zu haben. Da Christus der “Herr des Sabbats” (Matthäus 12,8) ist, sind Adventisten davon überzeugt, dass Christus diesen Ruhetag zwar von pharisäischen Zusatzverboten befreit, aber nicht auf den ersten Tag der Woche (Sonntag) verlegt hat. Deshalb feiern sie den Sabbat aus Freude über ihre Geborgenheit in Jesus, ihrem Herrn, und ehren mit diesem Gedenktag der Schöpfung (2. Mose 20,8-11) Christus gleichzeitig als Schöpfer und Erlöser.

Zwischenkirchliches Miteinander

Taufanerkennung. Bezüglich der gegenseitigen Taufanerkennung teilen die Adventisten im Wesentlichen das theologische Verständnis des Bundes Schweizer Baptistengemeinden. (Siehe: „Erklärung von Riva San Vitale 2014“). Adventisten erkennen Taufhandlungen anderer christlicher Kirchen an, die im Namen des dreieinigen Gottes und durch Untertauchen im Wasser an Glaubenden vollzogen wurden.

Konfessionsverschiedene Ehen. Da eine konfessionsverschiedene Ehe das Paar meist vor zusätzliche Herausforderungen stellt, ermutigt die Freikirche nicht dazu. Es ist deshalb ratsam vor der Heirat Fragen der Lebensgestaltung, zum Beispiel Sabbat – Sonntag oder der christlichen Erziehung, zu besprechen. Das Eingehen einer konfessionsverschiedenen Ehe hat für den adventistischen Partner keine kirchenrechtlichen Konsequenzen.

Teilnahme an gottesdienstlichen Handlungen. Die Teilnahme an Gottesdiensten anderer Kirchen steht allen adventistischen Christen frei. Zu den Gottesdiensten der Adventisten sind Gäste willkommen. Adventisten praktizieren (vierteljährlich) das offene Abendmahl, dem die Fusswaschung vorausgeht. Es sind dazu alle eingeladen, die Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser angenommen haben. Adventistischen Pastoren und Pastorinnen steht es frei, sich an Wortgottesdiensten mit Pastoren anderer Kirchen zu beteiligen.

Gastfreundschaft. Adventisten pflegen den zwischenkirchlichen Austausch, indem sie ihre Kirchenräumlichkeiten anderen christlichen Kirchen für Gottesdienste und Versammlungen zur Verfügung stellen oder sich bei ihnen einmieten.

Gaststatus in der AGCK.CH. Auf Einladung der AGCK.CH haben die Adventisten 2011 einen Antrag gestellt, im Gaststatus die zwischenkirchlichen Kontakte zu pflegen, dem im April 2012 entsprochen wurde. In einigen kantonalen AGCKs arbeiten die Adventisten seit Jahrzehnten mit. Sie sind aufgeschlossen für alle zwischenkirchlichen Beziehungen, die ihr Selbstverständnis nicht in Frage stellen und wo dies unter Wahrung der eigenen konfessionellen Identität möglich ist. Sie wählen dabei meistens den Gast- oder Beobachterstatus. Adventisten sehen in diesen Kontakten die Chance für beide Seiten, zu reden und zu hören sowie falsche Vorstellungen zu korrigieren. Dieser Austausch biete auch die Möglichkeit, gemeinsam Projekte zu verwirklichen und damit der Einheit in Christus Ausdruck zu verleihen.

 

Links

Siebenten-Tags-Adventisten

  • 1863 Gründung der Kirche in den USA. 1867 erste adventistische Gemeinde in Europa, in Tramelan/JU.
  • 2016 lebten rund 4.500 adventistische Christen in der Schweiz. Sie feiern in rund 50 Kirchgemeinden jeweils samstags den Gottesdienst. Global gehören über 19,5 Millionen erwachsen getaufte Mitglieder in mehr als 200 Ländern und Territorien zur Kirche.
  • Die Kirche betreibt weltweit über 7.500 Schulen sowie mehr als 460 Krankenhäuser und Kliniken.
  • Rund 130 nationale Landesbüros des Hilfswerks ADRA, Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe, führen weltweit jährlich Projekte im Wert von über 280 Millionen Franken durch.
  • Aktuelle statistische Angaben zur Weltkirche
  • 28 Glaubensüberzeugungen der Adventisten

 

 

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Heilsarmee

 
Die Heilsarmee ist Teil der weltweiten christlichen Kirche. Nach ihrer Selbst-Definition (Leitbild) ist sie „eine internationale Bewegung und Teil der universalen christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet sich auf die Bibel. Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe zu Gott. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschlicher Not ohne Ansehen der Person zu begegnen. Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe Gottes. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindern.
 
Der Gründer der Heilsarmee, der methodistische Pfarrer William Booth, stammte aus ärmlichen Verhältnissen und lebte im Londoner East End. Er war erschüttert über das Elend in den dortigen Slums. 1865 gründete er mit Freiwilligen aus verschiedenen Kirchen die Bewegung, die sich ab 1878 offiziell „Die Heilsarmee“ nannte. Deren Auftrag fasste er mit dem legendären Satz „Seife, Suppe, Seelenheil“ zusammen: Die Bandbreite der Hilfe wurde über die Jahre grösser und internationaler. So gibt es weltweit heute Obdachlosen-fürsorge, Heime für Kinder und Flüchtlinge, Schulen, Spitäler, Gefängnisfürsorge, Hilfe für Prostituierte, Katastrophenhilfsdienste, Seelsorgearbeit, Personensuchdienste und Suchthilfe.

Glaubensbekenntnis

Im Glaubensbekenntnis wird unter anderem die Inspiration Gottes der Schriften des Alten und des Neuen Testaments betont und dass sie die Richtschnur des christlichen Glaubens und Lebens bilden. Dazu kommt der Glaube an die Dreieinigkeit Gottes, an Jesus Christus und dass in ihm die göttliche und die menschliche Natur vereinigt sind. Weitere Punkte sind der Sündenfall, die Erlösung durch Jesus Christus. Und weiter: „Wir glauben, dass Umkehr zu Gott (Busse), Glaube an unseren Herrn Jesus Christus und Wiedergeburt durch den Heiligen Geist zu unserer Errettung notwendig sind.“   Weiter wird die Unsterblichkeit der Seele, die Auferstehung des Leibes, und das Jüngste Gericht betont, wo die Gerechten in die ewige Glückseligkeit, die Sünder aber in die ewige Strafe gelangen.

Besondere Lehre

Die Heilsarmee praktiziert die Sakramente Taufe und Abendmahl nicht.
Sie anerkennt zwar deren Bedeutung. Doch sie hält an der Überzeugung fest, dass spezielle
Handlungen und Rituale nicht heilsnotwendig sind.
Die Heilsarmee ist wie eine Armee aufgebaut, an ihrer Spitze steht ein General oder eine
Generalin. Ihre uniformierten Mitglieder, die Heilssoldaten und Offiziere, verpflichten sich,
nach christlichen Massstäben zu leben. Sie verzichten auf Alkohol, Tabak, Drogen,
Pornographie und übermässige Medikamenteneinnahme. Sie engagieren sich aktiv in der
sozialen und evangelistischen Tätigkeit.

Gemeinsamkeiten mit andern Kirchen

Die Heilsarmee respektiert grundsätzlich alle Menschen vorbehaltslos.
Sie sucht die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Christen und Organisationen, um die
Anliegen der sozialen Gerechtigkeit voranzubringen.
Sie war darum auch Gründungsmitglied der AGCK.CH. Mit den Mitgliedkirchen der
AGCK.CH verbindet sie der Glaube an Jesus Christus und der gemeinsame Auftrag Jesu an
seine Kirche(n), das Evangelium allen Menschen zu verkündigen (Matthäus 28, 18-20).

Taufanerkennung

Obwohl die Heilsarmee selber nicht tauft, anerkennt sie die Taufpraxen anderer Kirchen und Denominationen. Die Heilsarmee anerkennt die Bedeutung des Aktes, sich öffentlich mit seiner geistlichen Familie zu identifizieren und sich als Mitglied des Volkes Gottes zu bekennen. Sie respektiert jeden, der die Sakramente pflegt (siehe auch Kommentar zum Text der Taufanerkennung von Riva San Vitale 2014 *).
Die Heilsarmee unterschrieb die „Erklärung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe“ von Riva San Vitale nicht, da sie dieses Ritual nicht anwendet. Sie ist aber weiterhin bestrebt, im ökumenischen Miteinander an der sichtbaren Einheit der Kirche Jesu Christi weiterzuarbeiten. „Der gemeinsame Glaube an Jesus Christus vereint uns und verbindet uns über das unterschiedliche Verständnis der Taufe hinaus“*. Die Heilsarmee praktiziert die Segnung von Kleinkindern und die Aufnahme von neuen Mitgliedern.

Konfessionsverschiedene Ehen

Im Wissen um mögliche Schwierigkeiten bei Heiraten verschiedener Konfessionen ist für die
Heilsarmee die persönliche Beziehung zu Jesus Christus, resp. der gemeinsame Glaube an
Jesus Christus und nicht so sehr die Konfession der Ehepartner von Bedeutung.

Gemeinsame Gottesdienste

Sie sind überall da möglich wo sie nicht den Grundwerten widersprechen.
Grundlage ist dabei die Glaubensbasis der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA)
 

Gottesdienstliche Handlungen

Diese sind möglich, wenn der gemeinsame Nenner der Glaube an Jesus Christus ist.
Grenzen setzt allein ein Glaubensbekenntnis, das dieser Tatsache nicht entspricht.

Gastfreundschaft und praktische Unterstützung

Die Räume der Heilsarmee stehen für viele verschiedene Anlässe und christliche
Gottesdienste, z.B. für Fremdsprachige, zur Verfügung. Dies, solange sie deren Werten nicht
widersprechen.

Major Traugott Heiniger

....in der Schweiz

• 1882 kam die Heilsarmee in die Schweiz.
• Sie betreibt heute hier 34 soziale Institutionen, 22 Sozialprojekte wie Mittagstische,
Beratungsstellen usw., 57 Gemeinden (Korps), 22 Brockis, aber auch Projekte zu Mission
und Entwicklung.
• Sie unterstützt Entwicklungsprojekte in verschiedenen Ländern des Südens. Dazu kommt
ein breites Bildungsangebot.
...global
• Die Heilsarmee ist weltweit in 127 Ländern tätig und hat etwa 1,7 Millionen Mitglieder.
• Der oberste Kirchenleitende ist der General/die Generalin.
• Frauen waren von Beginn weg gleichberechtigt, auch in der Predigt.
• Das Hauptquartier befindet sich in London.
• In weltweit 15’765 Gemeinden, rund 1’900 Schulen, 3’600 Sozialinstitutionen, 21 Spitälern
und 202 Gesundheitszentren und Kliniken beschäftigt sie rund 17’100 Offiziere und 110’000
Angestellte.
 

 

 
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Christkatholische Kirche der Schweiz

Name

Die Namen christkatholisch in der Schweiz und altkatholisch in anderen Ländern bezeichnen selbständige, miteinander zu einer Gemeinschaft (die «Utrechter Union») verbundene Kirchen, die im Glauben und im Gottesdienst katholisch ausgerichtet und in ihrer Verfassung bischöflich-synodal geprägt sind. Die beiden Namen beinhalten auch ein kirchliches Programm. Christkatholisch: Christus soll das Haupt der (katholischen) Kirche sein. Altkatholisch: Die Alte (katholische) Kirche des ersten Jahrtausends soll die Grundlage sein für eine Reform der Kirche, die auf ihre Einheit und die Erneuerung ihrer Glieder zielt. Die Alte Kirche ist Kontrastmodell zu späteren Entwicklungen: Sie ist noch nicht in auseinanderstrebende Konfessionskirchen gespalten, und sie wird nicht von einem alles bestimmenden Zentrum aus regiert.

Entstehung und Reformen

Auf dem 1. Vatikanischen Konzil wurden 1870 nach heftigen Auseinandersetzungen zwei die Gläubigen bindende Glaubenswahrheiten verkündet: 1) dem Papst kommt als dem obersten Haupt der Kirche die Regierungsvollmacht über die ganze Kirche zu; 2) die Entscheidungen des Papstes sind unfehlbar, wenn er als oberster Hirte und Lehrer in Fragen des Glaubens und der Sitte spricht. Dies alles führte in Deutschland, der Schweiz und Österreich zur Entstehung von altkatholischen Bistümern. In der Schweiz dauerte das von 1871-1876. 1875 konstituierte sich eine nationale Synode, und sie genehmigte eine Kirchenverfassung. 1876 wählte sie in der Person des früher in Luzern lehrenden Theologieprofessors Eduard Herzog (1841-1924) ihren ersten Bischof. Er wurde vom deutschen altkatholischen Bischof geweiht, der seinerseits von einem Bischof der Kirche von Utrecht (NL) die Bischofsweihe empfangen hatte. Über die Kirche von Utrecht stehen alle altkatholischen Kirchen in der sogenannten apostolischen Sukzession. Die Christkatholische Kirche der Schweiz verband ihren Protest gegen die Papstdogmen mit Reformen (u.a. Verwendung der Muttersprache im Gottesdienst, Einführung von allgemeinen Bussfeiern, Aufhebung des Pflichtzölibats für Geistliche). Es waren Reformen, die später mit dem 2. Vatikanischen Konzil teilweise auch in der römisch-katholischen Kirche verwirklicht wurden.
Wichtig war die Mitbeteiligung von Laien an der Leitung der Kirche. Das wurde etwa mit der Errichtung einer Synode (vom griechischen Wort «zusammen einen Weg gehen»), zu der die Geistlichen und Laiendelegierte der Kirchgemeinden gehören, verwirklicht. In der bischöflichsynodalen Kirchenstruktur tritt die grundsätzliche Mitverantwortung aller Getauften am Leben der Kirche wohl am deutlichsten in Erscheinung. 
Die Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen. Es brauchte einige Jahre der Klärung und Konsolidierung, bis sich die Bischöfe der vier genannten Kirchen mit ihrer geschichtlich verschiedenen Herkunft 1889 zur sogenannten Utrechter Union zusammenschlossen. Später stiessen noch weitere bischöflich-synodale Kirchen dazu. Heute gehören zur Utrechter Union sieben altkatholische Kirchen in den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen und Kroatien. Hinzu kommt die historisch bedingte Jurisdiktion in Frankreich (Mission Vieille-catholique francophone, Union d‘ Utrecht).

Die weitere Suche nach der Einheit – Ökumene

Die Reformen standen von Anfang an im Zusammenhang mit dem Bemühen, der Wiedervereinigung der Kirchen zu dienen. Es besteht seit 1931 kirchliche Gemeinschaft («full communion», Amts- und Sakramentsgemeinschaft) mit den Anglikanischen Kirchen. Ein intensiver theologischer Dialog mit der gesamten Orthodoxen Kirche hat 1975-1987 zur Erkenntnis einer gemeinsamen Basis im Glauben geführt, doch stehen einer kirchlichen Gemeinschaft noch Hindernisse entgegen. Eine praktisch ausgerichtete ökumenische Arbeit verbindet die christkatholischen Gemeinden in der Schweiz mit der evangelisch-reformierten und seit dem 2. Vatikanischen Konzil mit der römisch-katholischen Kirche.
Altkatholische Kirchen gehören zu den Gründungsmitgliedern des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Auf europäischer (Konferenz Europäischer Kirchen) und nationaler Ebene (Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen) suchen sie weiterhin einen Beitrag zu leisten, der über ihre zahlenmässige Bedeutung hinausgeht. Die christkatholische Kirche hat sowohl die Charta Oecumenica als auch die Ausweitung der Taufanerkennung unter den Mitgliedkirchen der schweizerischen AGCK unterschrieben. Für Pfarrer und Pfarrerinnen sowie für Gläubige der christkatholischen Kirche ist die Teilnahme an ökumenischen Gottesdiensten selbstverständlich insofern es sich nicht um gemeinsame Eucharistiefeiern handelt. Die Eucharistie ist nach katholischem Verständnis das Sakrament, in dem sich kirchliche Gemeinschaft zwischen den Kirchen manifestiert. Ohne Kircheneinheit ist auch die gemeinsame Feier der Eucharistie nicht möglich. Allerdings verweigert die Christkatholische Kirche niemandem den Empfang der Kommunion, dem dies ein Bedürfnis ist.

Heutiger Bestand

In der Schweiz bekennen sich gegenwärtig mindestens 12‘000 Menschen zur christkatholischen Kirche. Etwa die Hälfte lebt aus geschichtlichen Gründen in den Kantonen Aargau und Solothurn. Kirchgemeinden gibt es im weiteren in den Kantonen Zürich, Bern, Luzern, Basel-Stadt, Basel-Land, Schaffhausen, St. Gallen, Neuenburg und Genf. Wo in diesen Kantonen Kirchen öffentlich-rechtlich anerkannt sind, gelten die Christkatholiken neben den Römisch-Katholiken und den Reformierten als eine Landeskirche. Der Sitz des Bischofs ist in Bern.
 
Gegenwart und Zukunft
Die meisten Kirchgemeinden haben 300 bis 500 Mitglieder. Das ermöglicht ein übersichtliches Gemeinschaftsleben, das seinen Mittelpunkt in der Eucharistiefeier am Sonntag hat. Was darüber hinaus auf Gemeinde-, Regional- oder Bistumsebene angeboten wird, lässt sich hier nicht aufzählen. Neue Wege können auf verschiedenen Ebenen des Bistums diskutiert und allenfalls auch verwirklicht werden. So hat die christkatholische Kirche, nach ausführlichen Konsultationen im Schoss der Utrechter Union und unter Mitberücksichtigung des theologischen Gesprächs in anderen Kirchen, die Grundlage dafür gelegt, dass mit dem apostolischen Amt (Bischof, Priester/Presbyter, Diakon) auch Frauen betraut werden.
 
Freilich gilt auch für die christkatholische Kirche, dass sie trotz ihrer geringen Zahl den Charakter einer Volkskirche hat, wo etwa 20 % der getauften Mitglieder sich am Leben der Kirche beteiligen, während die übrigen sie ideell und materiell unterstützen mögen. Ihre Kleinheit kann Geborgenheit vermitteln, sie kann aber auch zu Enge und Kleinmut führen, wovon es sich zu befreien gilt. Umso mehr kommt in der christkatholischen Kirche das Engagement von Menschen zum Tragen, die vom Evangelium Gottes angestossen sind und die in einem mit den Wurzeln verbundenen, weltoffenen Katholizismus zu leben gewillt sind.
 

 

 

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